Freitag, 30. März 2012

Rundgang durch Tiflis

Das Hotel,habe ich im Internet ausgekundschaftet und für brauchbar befunden.Es liegt auf dem Felsen über dem Fluss und zur Altstadt sind es nur ein Paar Schritte.Neben dem Hotel entdecke ich eine Kirchenruine,bei der ein dicker Riss durch den ganzen Giebel bis ins Fundament hinein geht. und das macht mich neugierig,zumal hier in der Gegend noch einige zerstörte Häuser stehen.Die Frage war,wann denn das letzte Erdbeben die Stadt erschütterte. Es gab eigentlich immer wieder Erdbeben der unterschiedlichsten Stärken,aber das letzte , das größere Schäden angerichtet hat ,war das von 2002.Damals waren zwar nicht so viele Opfer zu beklagen,aber es wurden etwa 10 000 Gebäude beschädigt.Die Schäden konnten bis heute noch nicht alle behoben werden.
Meinen Spaziergang beginne ich, indem ich an der Metekhi Kirche am Denkmal des Stadtgründers auf dem Felsen über dem Fluß stehe und mir erst mal einen Überblick verschaffe.König Vakhtang Gorgasali hatte der Sage nach ein Rebhuhn mit seinem Pfeil in der Luft so getroffen,das es in das heiße Wasser der ,damals noch unbekannten, Thermalquelle fiel und sogleich gekocht,verspeist werden konnte. Das hat dem König so gut gefallen, weil es ja so praktisch war,das er an dieser Stelle erstmal ein Schnellrestaurant aufmachte,um das herum sich dann die Stadt Tiflis entwickelte.Heute gibt es hier noch viele andere Restaurants und aus dem allerersten hat sich ein großer Thermalbadekomplex entwickelt,mit Schwefelquellen und Fangomassagen.Hier steht auch die einzige Moschee von Tiflis,an der zur Zeit viel renoviert wird.Hinter der Moschee erhebt sich ein steiler Berg,auf dem die Festung von Tiflis gebaut ist.Tiflis liegt,ich muß es sagen,an der Seidenstrasse und ist seit vielen Jahrhunderten ein wichtiges Handelszentrum am Rande des Kaukasus.Vielleicht könnte man die Stadt als das frühere Tor von Asien nach Europa bezeichnen.Viele Kriege wurden hier geführt,um diesen Stützpunkt zu beherrschen.An der Hauptstraße,die sich von Ost nachWest durch die Stadt zieht liegen die alten Raststationen der Karawanen,die heute zum größten Teil restauriert werden und dann anderen Zwecken dienen.Es gibt in dieser Stadt eine große Anzahl von Kirchen.Die Menschen hier haben nach den vielen Jahren des Atheismus/Kommunismus zu ihrer alten Gläubigkeit zurück gefunden und man kann in den Gotteshäusern ein reges Leben beobachten.Im Gegensatz zu den Moscheen der Türken,die ja in ihrem Inneren eher schlicht möbliert sind,findet man hier massenhaft Heiligenbilder und Ikonen,vor denen sich die Gläubigen niederwerfen und deren Bilderrahmen an bestimmten Stellen schon rech abgenutzt aussehen,weil es so Sitte ist,diese Rahmen an diesen Stellen zu küssen.Das Sichbekreuzigen ist in Georgien bei Frau und auch bei Mann sehr häufig zu beobachten.In der Kirche sowieso,aber auch auf der Straße,wobei mir noch nicht ganz klar geworden ist,ob es da irgendein System gibt.
Es gibt seit neuestem hier einen Restaurant und Kneipendistrikt in der Altstadt,wo es sogar einen Irishpub gibt-ist das nicht toll??!!wo früher dir Kamele langgezogen sind und Wasser zu ihrer Erfrischung bekamen.Das ist jedenfalls ein Zeichen wachsenden Wohlstandes,denn erstens scheint es eine große Anzahl ausländischer Geschäftsleute hier zu geben und zweitens, wenn sich die einheimische Jugend in den Kneipen und Bars das Bier für umgerechnet 5€ leisten kann, dann scheint es doch vorwärts zu gehen.
Außerdem gibt es auch hier einige sehenswerte Museen,von denen ich später dann berichten werde.

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