Sonntag, 29. April 2012

Stille Post

Bevor meine Reise weitergeht,möchte ich die Gelegenheit nutzen,alle bisher aufgekommenen Missverständnisse zu klären.Alle Leser dieses Blogs sind hiermit aufgefordert,für den Fall,das irgendetwas unklar von mir dargestellt wurde oder der Verdacht besteht,ich hätte irgend einen Tatbestand falsch oder übertrieben dargestellt,mit mir Kontakt aufzunehmen um alles richtig zu stellen,bevor etwas Falsches weitererzählt wird.
So ist es zum Beispiel nicht richtig,das erzählt wird,ich habe mich zum islamischen Glauben bekehren lassen. Auch dem Gerücht,das ich in allen Städten die ich durchreiste Scharen weinender Frauen hinterlassen hätte, muß ich hier ganz entschieden entgegen treten.Ich bin nicht von vierzig Räubern überfallen worden und liege nicht in der Intensivstation irgendeines Krankenhauses.Ich habe mein Fahrrad nicht in Tiflis gegen ein Paar Rollerblades eingetauscht und habe auch nicht auf dem Basar in Bursa gesungen,um meine Reisekasse aufzubessern.Auch die Verdächtigungen,ich läge in Wirklichkeit in Thailand am Strand und ein Double von mir macht diese Fahrradreise und die Berichte,entbehren jeglicher Grundlage.
Es gibt ein Spiel aus meiner Jugendzeit ,das hieß stille Post,da wurde dem Nachbarn etwas ins Ohr geflüstert und der sollte die Nachricht seinem nächsten Nachbarn weitersagen usw.Hatte die Nachricht die Runde gemacht, hatte sie sich meistens so verformt, das die ursprünglichen Worte nicht mehr zu erkennen waren, und der Sinn meist total verändert war.Also,bitte nichts weitererzählen,was hier geschrieben steht.Bitte Blogadresse weiter geben und die Leute selber lesen lassen!
Sicherlich übertreibe ich manchmal ein wenig, um etwas Spannung zu erzeugen ,aber wer mich kennt, der weiß auch, ich lüge und übertreibe nicht dauernd und der kann dann schon das Wahre vom Gesponnenen unterscheiden und je länger ihr das hier lest um so besser lernt ihr mich kennen.Also,auf, ein neues Kapitel der Fahrt nach Shang Hai! "Durch die ...stan-Länder".

Samstag, 28. April 2012

Fahrt ins Blaue

In so mancher Großstadt habe ich mir die Füße platt gelaufen,aber da waren auch noch andere,die auf den Bürgersteigen zu sehen waren.Hier in Baku bin ich, wenn ich nicht in der Fußgängerzone laufe,oft der einzige weit und breit,der zu Fuß irgendwohin geht.Das ist leicht zu erklären,denn der Zustand der Bürgersteige ist, gelinde gesagt, beklagenswert, was bedeutet,entweder sind sie umgepflügt worden oder sie werden gerade im Großeinsatz neu belegt.Da ist es einfach sicherer,wenn ich die längeren Strecken entweder mit dem Taxi oder per Bus zurücklege,um den Stolpersteinen aus dem Weg zu gehen bzw.fahren,denn gestolpert bin ich schon genug auf dieser Reise.Das muß ich nicht noch einmal haben.Mit dem Taxi ist es wichtig,das man dem Fahrer genau sagen kann,wo man hin will denn die wenigsten Fahrer können Englisch und verstehen gerne Bahnhof falls du nicht gerade am Bahnhof bist..Da ist es empfehlenswert,man hat einen Stadtplan dabei oder die Geschäftskarte des Hotels,in dem man wohnt oder des Geschäfts,in dem man einkaufen will.Manche Fahrer sind inzwischen schon so schlau und rufen mit ihrem Mobiltelefon irgend jemanden an,der als Dolmetscher zwischengeschaltet werden kann.Das war aber nicht in jedem Fall hilfreich.Außer den Verständigungsproblemen ist das zweite Problem der Preis.Nicht das es sehr teuer wäre,wenn die Fahrt mit einem Taxameter abgerechnet wird, aber die wenigsten alten Taxis haben ein solches Gerät und wenn man am Ziel angekommen ist dann sagt der Fahrer, man solle das bezahlen,was man meint,das die Fahrt wert gewesen sei.Wenn man aber einen Preis ansetzt,der ihrer Meinung nach zu niedrig ist,dann verbessern sie dich schon gehörig.Also genug Grund,sich Ärger einzuhandeln.Deswegen nehme ich,wenn es geht nur noch die neuesten Londontaxis,die extra wegen der Singspiele angeschafft worden sind, weil die alle ein Meter haben.Da ist es das einzige Problem,das die Fahrer manchmal meinen,sie hätten sich auch noch ein gehöriges Trinkgeld verdient,weil sie dauernd gehupt haben und wie wild gefahren sind.Da muß man dann die Manatscheine einzeln zurückfordern und in die traurigen Augen des Fahrers schauen,der sich nur ganz schwer vom Wechselgeld trennen will.
Einfacher aber aufregender ist es dann schon,mit dem Bus zu fahren.Kein Problem,wenn man weiß,das es nur geradeaus geht.Dann steigt man ein,läßt sich befördern und legt dem Fahrer beim Aussteigen 20 Cent auf das Groschenbrett.Schwieriger ist es dann schon wenn das Ziel etwas komplizierter zu erreichen ist,denn man weiß ja nicht,welche Linie dorthin fährt.Einen Buslinienplan von der Stadt habe ich noch nirgends entdeckt.Also fahre ich erstmal in die Richtung,von der ich meine,das sie die Richtige ist.Sollte der Bus irgendwo von der Route abweichen,steige ich bei der nächsten Gelegenheit aus und gehe zur von mir gewählten Strasse zurück und warte auf den nächsten Bus,der dort entlang fährt..Hier kann man dem Fahrer eigentlich an jeder Stelle sagen das man aussteigen möchte und dann hält er den Bus an.Genau so ist es mit dem Einsteigen.Machst du einem vorbeifahrenden Bus ein Zeichen,das du mitgenommen werden willst,dann hält der Fahrer nur für dich auf freier Strecke.Das ist doch noch ein richtiges Abenteuer und wenn man dann auch noch dort ankommt,wo man ursprünglich hin wollte, dann hat man ein gutes Gefühl,das man es geschafft hat.

Mittwoch, 25. April 2012

Hupkonzert

Dem Automobil gehört hier in Baku die Welt.Fußgänger sind weitgehend ungeschützt und müssen besonders gute Sprinteigenschaften haben,um heil und lebendig über die großen Strassen zu kommen.Sobald ein Autofahrer einen Fußgänger irgendwo in seinem Reich,nämlich auf der Straße, erblickt,läßt er sein Horn erschallen und wenn einer hupt,dann hupen sie alle.Auch hier in Aserbaidschan ist es ein Zeichen von Schwäche und von zu großer Nachgiebigkeit,wenn der Bremsfuß eingesetzt wird.Aber freie Fahrt für freie Bürger ist auch hier der Wunschtraum der motorisierten Landsleute.Der wachsende Verkehr hat längst die Straßenbaumöglichkeiten überholt und so gibt es,wenn morgens oder mittags die Werktätigen zur Arbeit strömen,stinkende und wie wild hupende Blechschlangen,die sich nur im Schritttempo vorwärts bewegen können.Dazu kommt noch,das die Verkehrszeichen scheinbar von den Behörden völlig falsch aufgestellt sind,denn es ist sehr häufig zu sehen,das jemand die Einbahnstrassen in der falschen Richtung benutzt und die,die richtig fahren, das auch ohne weiteres tolerieren aber nur wenn sie das mit ihren Hupen begleiten dürfen.Will jemand ,wenn sie oder er einen freien Parkplatz sieht, rückwärts einparken, dann ist das nur unter dem Hupkonzert der anderen Verkehrsteilnehmer möglich,denn das hält ja den Verkehrsfluss auf und muß behupt werden.Mögen die Kolbenringe klappern,die Ölwanne und der Kühler tropfen,die Stoßdämpfer nicht mehr dämpfen und die Bremsen nicht mehr bremsen,das wichtigste Teil am Auto ist auch hier die Hupe und die erklingt in Dur,wenn es vorwärts auf die Jagd nach Fußgängern geht und in Moll wenn mal wieder alles steht und die einzigen,die noch vorankommen die verhassten Fußgänger sind.
Radfahrer gibt es hier keine und es war schwierig,ein Geschäft zu finden,wo es Flickzeug zu kaufen gibt.Ich hatte in einem Bericht einer Engländerin von 2002 gelesen,das es hier ein Velodrom gibt,also ein Radrennstadion und machte mich auf die Suche danach.Als ich es fand ,war es schon in einem sehr abgerissenen Zustand,aber die Katakomben waren noch belebt.Hier gibt es etwa zehn kleine Zimmer,in denen sich Fahrradreparateure eingerichtet haben und alle möglichen Verrichtungen an kaputten Drahteseln ausführen.Originale Reparatursets gibt es keine,aber man verkauft gerne,was man selbst benutzt.Und so bekam ich für 4€ zehn Flicken und eine angebrochene Tube Gummilösung,die noch flüssig war und als Dreingabe schenkte mir der freundliche junge Mann noch einen Fetzen Schmirgelpapier.Rein ausrüstungsmäßig könnte mir jetzt eigentlich nicht mehr viel passieren,,denn für die nächsten 4000 km bin ich damit gut versorgt.

Montag, 23. April 2012

Virtuell

Heutzutage im Computerzeitalter eine Postkarte zu verschicken,ja wo gibts denn sowas?
Der absurde Wunsch,ich solle ihr doch mal eine Postkarte nach Schanghai schicken,weil sie schon so lange keine Postkarte von jemandem bekommen hat,wurde von meiner Tochter Anne an mich herangetragen.Außerdem hätte sie noch eine Freundin in Volkach am Main und die will auch noch eine,weil sie sich auch immer über Postkarten aus aller Welt freut.
Wie kann ein lieber Vater einen solchen
Wunsch verwehren?Überhaupt nicht,also auf,die Sache angepackt.
Erstmal ist es fast unmöglich,Postkarten zu finden.Es gibt hunderte von Andenkenläden,aber die verkaufen hier hauptsächlich kleine Teppiche,Aladins Wunderlampen,Plastiknachbildungen des Maiden Tower,rote Schnabelschuhe,und Plastik Öltürme aber Postkarten hab ich an den Buden keine gesehen.Nach ein paar Fehlversuchen wird die Suche intensiver.Da gibt es Nationalandenken - läden,die auch noch alte Kommunistensterne und Uniformen aus alter Russenzeit anbieten und da liegt unter allem Krempel ein ganzer Satz mit Karten der mir aber zu teuer ist,weil ich ja acht von den zehn Karten wegschmeißen müßte.Nein,ich will einfach nur zwei schöne Ansichtskarten.Schließlich bin ich in der Supermall am Bulvar gelandet und da gibt es gleich am Eingang einen Bücherstand.Die haben zwar auch diese Zehnerpackungen aber ganz hinten,fast unter dem Regal finde ich einzelne Postkarten zum Schleuderpreis.1.Aufgabe erledigt. Mit zittriger Hand bringe ich meine Grüße aufs Papier. E-Mail schreiben geht irgendwie besser und sieht auch schöner aus.Jetzt heißt es eine Post finden,denn nur dort scheint es Briefmarken zu geben.Die Dame an der Hotelrezeption zuckte nur mit den Schultern,als ich fragte,wo denn das nächste Postamt sei und Briefmarken kennt sie nur vom Hörensagen.E-Mail Generation.Ich kombiniere,Postamt muß in der Nähe des Bahnhofs sein.Die Information im Bahnhof verweist mich nach draußen rechts. Kein Postamt zu sehen.Der Verkäufer im Phoneshop zeigt auf die andere Straßenseite.Kein Postamt weit und breit.Der Dönermann zeigt nun wieder auf die gegenüberliegende Häuserreihe und da finde ich eine kleine Verkaufsstelle der Post. Der Mann hinter dem Schalter verkauft mir auch bereitwillig vier Marken,aber er hat leider kein Wechselgeld in der Kasse denn der Umsatz durch den Verkauf von Briefmarken stagniert und die Dame am Nachbarschalter hat auch keine Kohle.Aber in seinem persönlichen Portemonnaie findet er die nötigen Münzen und er deutet an,das er die Karten selbst in den Abtransport bringt.Zum Glück habe ich viel Zeit um Postkarten zu verschicken,ich bin ja in Rente und wie langweilig und fad ist es, einfach nur so eine e-mail zu schreiben. So war dann schon wieder ein halber Tag rum und ich war beschäftigt.Hoffentlich gehts bald mit dem Radfahren weiter!

Sonntag, 22. April 2012

lazy stone

Es heißt ja, das ein rollender Stein kein Moos ansetzt.Dann müßte ich jetzt schon eine leichte Moosschicht an mir bemerken,denn ich halte mich schon länger als es gut ist hier in Baku auf.Zum einen zwingt mich mein Visum ,bis zum 5.Mai zu warten,bis ich in Kasachstan einreisen darf und zum anderen bin ich mir immer noch nicht sicher,ob meine Magen-Darm Probleme wirklich überstanden sind.So schwanke ich seit einigen Tagen immer hin und her,soll ich weiterziehen oder noch warten,bis ich wieder ganz fit bin.Im Moment steht das Zeichen auf Halt und wenn es weitergeht,dann werde ich mit dem Flieger nach Aktau in Kasachstan reisen,denn die Fährverbindung ist irgendwie sehr komisch.Ich bin hier schon mal am Hafen bei der Gesellschaft gewesen,die das Schiff betreibt.Das Büro befindet sich in einer alten Baracke ohne Fenster und ohne Licht.Dort sitzt eine ältere, russische Dame an einem Schreibtisch,auf dem nur ein Telefon und eine Teetasse steht und gibt Auskunft,das das Schiff heute ,morgen oder aber erst nächste Woche abfahren wird.Ich sollte doch mal jeden Tag vorbeischauen oder anrufen,dann wird man sehen.Es könnte aber auch erst übernächste Woche sein,das ich wegkomme und das Ganze soll dann 120 Manat kosten.Ich bin dann zu einem Reisebüro in der Stadt gegangen,um zu fragen,ob es dort vielleicht genauere Auskünfte gibt,aber dort sagt man mir,das das Reisebüro mit der Fähre nach Aktau nichts zu tun haben möchte.Ich frage,ob es eine Flugverbindung gibt,und wie lange vorher man sich da um die Karte kümmern muß und erfahre,das täglich ein Flieger nach Aktau geht,den man ein oder zwei Tage vorher buchen kann und der 140 Manat kostet und das Fahrrad umsonst mitnimmt.Das entspricht doch genau meinen Vorstellungen,weil ich da selber bestimmen kann,wann es weitergehen soll.So werde ich noch ein wenig Moos ansetzen und hier im Hotel auf Besserung warten und mich dann auf den Weg machen,wenn es mir sicher besser geht.
Inzwischen schaue ich mir in Ruhe die Hauptstadt des Landes an und beobachte,wie alles wächst und gedeiht.Es wird wie verrückt an allen Ecken und Enden neu gebaut und renoviert.In der ganzen Stadt summen und brummen die Baumaschinen und die Strandpromenade wird um einiges verlängert und wird so lang,das spezielle Autobusse mit Anhänger eingesetzt werden,um den Besuchern den langen Weg angenehm zu machen.Es sind Fahrzeuge deutscher Herkunft und der Stern glänzt über Fahrzeugen der einfachen Klasse mit Sitzbänken und einfacher Bestuhlung, der ersten Klasse mit Clubsesseln und der Präsidentenklasse mit Riesenpolstersessel und Internetanschluss.Die ganze Flotte von Fahrzeugen steht schon mit laufenden Motoren bereit und das Serviceteam aus Stuttgart arbeitet noch an den letzten Feinheiten.Die neuen Gebäude moderner Architekten wachsen flott aus dem Häusermeer heraus und werden den Charakter der Stadt mit der Zeit erheblich verändern.Besonders nett finde ich das neue Teppichmuseum,das ein Österreicher sinnigerweise in Form eines aufgerollten Teppichs oder eines Krautwickerls gestaltet hat.Bemerkenswert ist auch noch der höchste Flaggenmast der Welt,der so hoch ist,das die Fahne bei bewölktem Himmel nicht mehr zu sehen ist.

Freitag, 20. April 2012

Ein Stern geht auf

Gestern Abend um 19.30 Uhr klingelte das Telefon.Hollywood.Der Reporter rief absprachegemäß an,um mir zu sagen,wann der kurze Beitrag mit mir in der Hauptrolle,im Fernsehen zu sehen sein wird.Ich hatte noch etwa 40 Minuten Zeit,mich darauf vorzubereiten.
Erstmal habe ich Steffen angerufen um ihm zu sagen,das ich die Sendung ihm über Skype übertragen werde.Dann habe ich meinen Fotoapparat auf Video geschaltet,um den Spot zu übertragen.Dann habe ich gewartet bis der Nachrichtensprecher mein Kommen angekündigt hat und habe auf alle verfügbaren Knöpfe gedrückt um nichts zu verpassen.Aber irgendwie war das dann doch Überforderung,denn meine Aufzeichnung wurde nur ein Standbild vom Nachrichtensprecher,weil ich alles in der Eile falsch eingestellt hatte.Nun,wie auch immer es war eine ganz lustige Zusammenstellung der Aktion am anderen Abend und hat ungefähr eine Minute gedauert.
Scheinbar ist dieser Sender doch einer,der von vielen Leuten gesehen wird,denn als ich heute morgen durch die Stadt lief wurde ich zweimal angesprochen und wieder erkannt.Das war ganz lustig,weil,einmal war es ein Bauarbeiter,der gleich seine Kollegen herbeiholte um ihnen zu erzählen,das er mich gestern im Fernsehen gesehen habe.Sie haben dann alle den Daumen nach oben gehalten und immer "Altmisch besch"gesagt,was 65 heißt,womit sie wohl sagen wollten,das man ,wenn man so alt ist,wohl doch besser zu Hause bleiben sollte.Das andere Mal war es am Taxistand wo dann der eine Taxler seine Kollegen zusammenrief und sie mich dann ausgefragt haben,woher und wohin und sich gefreut haben,so eine Berühmtheit an ihrem Taxistand sehen zu können.Das alles geschah,obwohl ich mit Sonnenbrille unterwegs war.Demnächst werde ich die Burka anziehen,denn es ist nicht unbedingt angenehm,auf der Strasse so angeglotzt zu werden.Ist das schon der Star,der unbedingt Distanz zu seinen Bewunderern braucht???Ihr wisst schon,das Brett Pitt, wenn er von London nach Paris mit dem Zug fährt,er nicht nur das ganze Abteil oder einen ganzen Wagen,nein den ganzen Zug kauft, damit ihm seine Bewunderer fern bleiben sollen.Ja,seufz, das sind die Schattenseiten des Lebens,wenn man prominent ist,und prominent ist man, wenn einen mehr Leute kennen,als man selber kennt.Das trifft ab sofort für mich in Baku auf jeden Fall zu!!!

Donnerstag, 19. April 2012

Stadt der Winde

Was soll man über eine Stadt wie Baku berichten,wenn sowieso schon alles in Wikipedia steht.Da muß man sich schon mal hineinbegeben ins pralle Leben und muß dann feststellen,das das hier im Moment auf den Baustellen stattfindet.Von morgens bis tief in die Nacht rattert der Presslufthammer,klopft der Plattenleger,baggert der Bagger und teert die Teermaschine.Das heißt,es wird viel Wind gemacht,und es muß jetzt schnell gehen,denn die Vorbereiter des Singfestes sind schon da und stehen natürlich den Arbeitern überall im Weg herum.Schicke,modische Menschen strömen wichtig aus den Hotelanlagen.Die Drehtüre im Hilton will schon lange nicht mehr stillstehen.In den Gassen der Altstadt werden Probeaufnahmen der Kamerateams beobachtet und dazwischen ein Radfahrer.
Auf dem Weg nach Baku hielt ein großer Geländewagen vor mir an und zwei lässig gekleidete Jungmanager stiegen aus und stoppten mich.Sie seien vom Fernsehen,sagten sie und über einen Mittelsmann am Telefon,der Deutsch sprach erfuhr ich,das die beiden Herren zu einer großen Fernsehanstalt gehören und das sie an einem Interview mit mir interessiert seien und ob ich denn dazu Lust hätte.Ich fand das auch ganz nett,mal im Fernsehen zu sehen zu sein und wir verabredeten einen Termin.So kam dann gestern Abend das Kamerateam mit dem Reporter zu mir in das Hotel,und ich erzählte ihnen ein paar Geschichten von meiner Reise und das ich die Menschen,die ich in Aserbaidschan bisher getroffen habe alle ganz nett und gastfreundlich fand.Dann sollte ich für den Kameramann ein paar Runden mit dem Fahrrad drehen,dann die Klingel betätigen und in die Kamera winken und "Salam Aserbaidschan" sagen.Das lief alles ganz locker ab und irgendwann wird das auch im Fernsehen zu sehen sein,glaube ich.Ich bin dann heute morgen schon mal in der Stadt gewesen.Es haben sich keine Menschenmassen um mich versammelt und niemand wollte ein Autogram von mir.Der Bericht scheint wohl noch nicht auf Sendung gewesen zu sein.Ich kann warten.Ich bin noch ein paar Tage hier.Aber ich will natürlich nicht den Sängern die Schau stehlen,deswegen trage ich ab sofort Sonnenbrille.

Mittwoch, 18. April 2012

Etappenziel erreicht

Nach genau zwei Monaten in Baku angekommen.Uff,das war eine ziemlich harte Sache.Ich hatte mir die ganze Aktion doch etwas einfacher und lockerer vorgestellt.
Die letzten zwei Tage waren noch mal ziemlich hart.Zum einen,weil mit dem Magen etwas nicht so stimmt und dann,weil es hier in diesem Land manchmal auf 50-60 Kilometer keine Unterkunft zu haben ist.Vielleicht könnte man am Wegesrand Privatunterkünfte finden,aber es hängen keine Schilder mit Hinweisen auf B&B an der Strasse und du kannst ja nicht in jedes Haus gehen und fragen,zumal ja die sprachlichen Möglichkeiten nicht bestehen.
So bin ich dann vorgestern Abend in einer Tankstelle gelandet,wo man mich erstmal gar nicht gerne gesehen hat.Einmal vielleicht weil ich mit dem Fahrrad kein so guter Kunde bin und dann steht so einer auch noch dauernd im Weg rum.Aber es war schon stockfinster und es regnete und da hatte ich keine Lust,das schützende Tankstellendach zu verlassen,weil es zudem auf der Strasse recht lebhaft zuging.
Der Leiter der Tankstelle hatte dann doch Erbarmen mit mir und er entwickelte sich dann mit der Zeit zu einem sehr guten Gastgeber.Er erlaubte mir,mich in dem leeren Restaurant auf den Sesseln breit zu machen und brachte mir erstmal den unvermeidlichen Tee.Dann fragte er mich,ob ich auch etwas essen möchte und ließ mir,da ich ihn auf meinen angegriffenen Magen hinwies,etwas leichtes kochen.Es gab Farfalle mit einer Hühnersoße und um Schluß nochmal Tee.Dann meinte er,sollte ich die Sessel zusammen rücken und mich dort zum Schlafen legen.So habe ich dann doch eine einigermaßen bequeme Schlafgelegenheit gehabt und konnte dann ausgeruht die letzten 80 Kilometer bis Baku im Regen und Gewitter zurücklegen.
In Baku wird mit Hochdruck an den Verschönerungen gearbeitet weil ja nun schon bald Europa zu Gast ist und die Zeit knapp wird,das alles gerichtet ist.Da es geregnet hatte,gab es überall tiefe,schlammige Wasserpfützen,durch adie ich und leider auch der andere Verkehr durch mussten.So qwurde ich von allen Seiten bespritzt, das meine Regenkleidung und mein Gepäck und mein Fahrrad schließlich völlig verschlammt war und es aussah,als wäre ich gerade aus einem dieser,für dieses Land berühmten Schlammvulkane herausgekommen.
In einem Hotelempfang macht das natürlich keinen guten Eindruck,wenn du da so mit Schlammkruste reinkommst,aber der Holländer Emil,den ich in Tiflis kennengelernt hatte,hatte mich schon angemeldet und der Manager hatte mich wohl schon unterwegs mit den Widrigkeiten der Natur kämpfen gesehen und so war das Hotelpersonal schon auf das Erscheinen eines verdreckten Gastes vorbereitet und beim Abladen meines Gepäcks sehr hilfreich trotz Verschmutzungsgefahr.
Jetzt nehme ich mir erstmal eine kurze Auszeit,um meine Sachen mal zu waschen,denn die sind jetzt zwei Monate im Einsatz.Die Hunde an der Strasse rennen auch schon nicht mehr so wild kläffend hinter mir her ,weil sie mit ihren empfindlichen Nasen vielleicht Schaden nehmen könnten oder weil sie mich schon als einen der Ihren anerkennen.

Sonntag, 15. April 2012

Stammtisch

Wenn du Kilometer für Kilometer geradeaus nach Osten fährst,dann kommst du irgendwann nach Kürdamir.
Das ist eine Kleinstadt etwa 200 km von Baku entfernt und normalerweise gäbe es keinen Grund,in Kürdamir anzuhalten,es sei denn,du bist müde oder hungrig und durstig.In meinem Fall traf beides zu und ein freundlicher Teehauswirt hatte mir geschworen,das es in Kürdamir ein richtiges Hotel gäbe.
Das "Motel Elite" liegt direkt an der Hauptstrasse und sieht von aussen ganz sauber aus.Drinnen finde ich bei dem Portier den Assad,das ist ein armenischer Aserbaidschaner,der für BP arbeitet und der ganz gut und viel Englisch kann.Der freut sich natürlich ungemein,das er mich kennenlernt und erzählt mir,das im Hotel außer mir noch drei weitere Deutsche wohnen,die aber zur Zeit bei der Arbeit sind.Wenn die abends wieder kommen,dann essen wir alle zusammen in der Kantine und wenn ich kein Geld hätte,dann würde er mich sowieso einladen,weil ich ja sein Freund sei.
Die drei Deutschen sind ein Team aus Aurich und Berlin,die hier Tests machen,ob es sich lohnt Windparks aufzubauen und als sie von der Arbeit kommen gibt es erst mal ein großes Hallo.Denn sie haben mich irgendwo auf der Strasse strampeln gesehen und sich schon gefragt,wer denn so verrückt sein kann und mit dem Fahrrad durch Aserbaidschan zu fahren,na,jetzt wissen sie es.
Wir haben uns dann abends zusammen gesetzt und der Assad hat eine große Flasche Wodka mitgebracht und eine kleine,die Deutschen ihr Bier und ich mußte oder durfte ihnen sagen,das ich heute nichts trinken würde weil ich immer noch vom Magen her nicht so ganz in Ordnung sei.Das hat aber beim Assad nich für den ganzen Abend als Entschuldigung ausgereicht,weil er dauernd mit Trinksprüchen daherkam und die große Freundschaft beschwor,und da mußt du selbst als Kranker dein Glas erheben,sonst ist es schnell aus mit der Freundschaft.
Assad ist ein ganz heißer Fan des FC Bayern München und kann alle Namen aller Spieler seit Gründung des Vereins hersagen und er liebt Heinrich Heine.
Zu fortgeschrittener Stunde hab ich ihm dann das Lied von der Loreley vorgesungen und unter Tränen wollte er mich küssen doch irgendwie ist er dann eingeknickt und das freundliche Hotelpersonal hat ihn ins Bett verfrachtet .Die Wodkaflaschen waren leer und somit gab es auch für uns Deutsche keinen Grund weiter zu feiern,zumal das Team am frühen Morgen ausrücken musste.
Ich werde Noch einen Tag hierbleiben und mich dann am Montag wieder auf den Weg nach Baku machen.

Samstag, 14. April 2012

Hochzeitsnacht

Früh am morgen verlasse ich das Lüxotel und fahre weiter in Richtung Baku.Der Wind steht günstig und ich mache Strecke.Eigentlich hatte ich vorgehabt in einem Kürotel in einem Ort an einem See zu verbringen,aber dort wäre ich schon um 12.00 Uhr gewesen und ich war einfach noch nicht müde genug,um an ein Bett zu denken.Also fuhr ich weiter und weiter immer geradeaus,durch die aserbaidschanische Steppe.Endlose, gerade Strassen,keine auch nur irgendwelche netten Orte zum verweilen und schließlich auch keine Hotels.So lande ich in einem Çayevi irgendwo im Niemandsland und bestelle mir eine Kanne Tee.Der Bruder des Herrn Laman bereitet mir einen Tee und setzt sich zu mir an den Tisch.Schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus,das wir beide sehr begnadete Taubstummensprachinterpreten sind. Wir verstehen uns ganz ausgezeichnet und er geht in die Küche und macht mir eine Borschtsch.Dann kommt noch sein Sohn und seine Neffen dazu und wir haben eine sehr angeregte Unterhaltung ,ohne das es eine gemeinsame Sprache gäbe.Meine Türkischkenntnisse helfen,um zu verstehen,das die Goldzähne des Neffen,die übrigens wunderbar glänzen,50 Manat das Stück gekostet haben,was zu diesem Preis,wenn überhaupt ,in Deutschland nicht zu haben gewesen wäre.
Herr Laman ist der Hochzeitsausrichter in dieser Gegend und der hat sich hier ein kleines Hochzeitsparadies errichtet.Er hat lauter Glaspavillions auf Halbinseln über Froschteichen errichtet und hat eine Stretchlimousine und einen Superklimabus.Mit den Autos werden die glücklichen Paare und ihre Gäste herbefördert und in den Pavillions wird dann Wodka getrunken.
Anschließend kann dann das Hochzeitspaar in wohnwagenähnlichen Behausungen auf freiem Feld die Hochzeitsnacht verbringen,oder nicht.
Jedenfalls durfte ich,weil man es mir angesehen hatte,das ich müde war das Angebot nicht ausschlagen,in einem dieser Wohnwagen zu schlafen.10 Manat.Umgeben von quakenden Fröschen und blökenden Schafen und pfeifenden Schafshirten fiel ich dann doch in den Schlaf des Übermüdeten.

Donnerstag, 12. April 2012

Go for Gold

Aserbaidschan,das Land wo der Goldzahn beißt.Die Menschen hier haben noch das alte russische Schönheitsideal,das den Goldzahn verherrlicht.Je weiter vorne, um so schöner und je mehr um so reicher.Ich habe da leider keine Fotomodels bekommen und immer wenn die Kamera gezückt war, hörte es auf zu glänzen.Vielleicht sind sich die Leute doch nicht ganz so sicher,ob das wirklich schön ist und sehen die Sache eher als Investition an.Zu früheren Zeiten,als man die Russlanddeutschen "heimgeholt"hatte kam ich beruflich öfters mal mit goldenen Frontzähnen in Berührung und mußte dabei feststellen,das das nur immer eine ganz dünne Schicht Goldblech ist,die da aufgeklebt ist. Jetzt hier im Lande sieht man,das die Bearbeitung von Blechen eine landestypische Kunst ist.Nicht nur im Munde sondern auch auf den Dächern des Landes.Dort wird zwar nicht das teure Gold gehämmert,sondern das Weißblech.Es wird sowohl auf dem Dorf als auch in der Stadt zu kunstvollen Dachdecker- arbeiten geklopft,verlötet und verschweißt,das es eine Freude ist,anzuschauen.Kleine Türmchen, verzierte Dachrinnen, Giebelwände mit Blumen- verzierungen,verschnörkelte Ablaufrinnen,alles in feinster Blechklopfarbeit.Das glänzt zwar nur silbern,schaut aber auch alles neu und reich aus.
Golden sind die Sandsteinplatten,die ,wie ich vermute der Bruder des Präsidenten in seinen Steinbrüchen herstellen läßt und die im ganzen Land verteilt werden,um über alles,was nicht so schön sauber aussieht draufgeklebt zu werden.Das scheint in Baku schon für die Singolympiade soweit fertig zu sein,das schon vom "Goldenen Baku"gesprochen werden kann. Der Präsident ist hier allgegenwärtig(wie in der Türkei der Türkenvater)als Riesenposter an allen Landstraßen ,als Riesenleinwand an vielen Häusern der Stadt und als Denkmal auf dem Prachtboulevard in Gence. Meistens hat er auch noch einen Spruch drauf, wahrscheinlich so wie früher ,als das Land noch zur Sowjetunion gehörte.Die Polizei ist hier sehr präsent. Sie ist auch vom Landesvater bestens ausstaffiert worden.Die Wachstationen glänzen,die Uniformen passen ganz hervorragend und die Autos sind BMW. Die Ölmilliarden machen es möglich, das das Land sich eine so schöne Polizei leisten kann.Hier bin ich zum ersten mal auf meiner Reise von einer Polizeistreife angehalten worden,die nicht an meiner Fahrradklingel spielen wollte,sondern die Papiere von meinem Fahrrad sehen wollte und die mich erst dann weiterfahren ließ,als telefonisch die Bestätigung kam,das Fahrräder keine Papiere zu haben brauchen.
Ich befinde mich gerade in einem schönen Hotel und esse getrocknete Heidelbeeren (wg.Stalins Rache synn.für Montezumas...)und werde morgen dann von Gence nach Mingechevir weiterzufahren.Die Ortsnamen werden überall sehr unterschiedlich geschrieben, weswegen es schwierig ist, sie zu googlen.

Mittwoch, 11. April 2012

Aserbaidschan

Ich habe mich dann doch entschlossen,meine Reise fortzusetzen und habe es auch schon bereut. Von Tiflis weg, ging alles recht flott voran,obwohl es zu regnen begann,als ich den letzten Berg vor der Grenze hoch schnaufte.Die Leute an der azerbaidschanischen Seite waren alle sehr freundlich . Das waren alles sehr Junge Typen und einige hatten in der Schule sogar Deutsch gelernt.Jeder wollte mal eine Runde mit meinem Fahrrad drehen und die Klingel fanden sie auch sehr interessant,bis schließlich aus dem Büro der Chef einen Ordnungsruf losließ,der sofort für weniger gute Stimmung sorgte.Sie haben aber meinen Pass im Schnellverfahren erledigt und ich mußte kaum warten.Seit der Grenze ist das Land bretteben und es gibt kaum Steigungen.So kam ich schnell nach Qazax ,einem unscheinbaren Ort ,der von der Zentralregierung gerade jede Menge gelbe Sandsteinplatten aufgebrummt bekommen hat und die werden jetzt über das ganze Elend drübergeklebt,damit es sauber aussieht.Außerdem gibt es hier eine Bank,bei der man Geld bekäme,wenn man bereit ist,der Bankangestellten seine Pinnummer zu sagen.Ich bekam keins.Außerdem gibt es hier auch noch Zwei Hotels,die aber keine Gäste haben wollen und mich gleich in den nächsten Ort weitergeschickt haben. Und es gibt hier noch eine sehr schöne Polizeistation,mit sehr malerisch gekleideten Polizisten,die alle Fellmützen auf dem Kopf haben und aussehen wie Taras Bulba.Ich bin dann weitergefahren und habe gehofft,das ich irgendwo was finde.Wieder einmal endete die Suche im Bushäuschen,aber dieses mal nicht in der stillen Bergwelt, sondern an einer sehr belebten Strasse,auf der der Verkehr nur etwa zwei Stunden etwas ruhiger wurde.
Leider hat mich eine Gruppe von jungen Burschen etwas erschreckt und ich bin mir nicht mehr so sicher,ob ich für solche Sachen noch zu haben bin.Sie kamen mit ihrem dicken Mercedes direkt auf mich zugefahren, stoppten mich und wollten wissen,wo ich hin will,wo ich herkomme und was ich in meinen Taschen habe.Die sahen alle gar nicht nett aus und wenn der Fahrer nicht die Aktion plötzlich abgeblasen hätte,weiß ich nicht,was passiert wäre.Sowas macht doch schon mal nachdenklich.
Die Kinder sind hier die eifrigsten Schüler der Hunde,denn überall,wo ich hinkomme rennen sie auf die Strasse und glotzen und schreien:"Hallo!Hallo! Whats your name?"Das nervt schon ziemlich,denn mehr als meinen Namen kann ich ihnen auch nicht sagen,weil
sie eigentlich nur .Hallo!Hallo!Whats your name?"sagen können und mein Aserbaidschanisch ähnlich rudimentär ist.
Heeute ist das Wetter dann ganz schön geworden,obwohl es nachts geregnet hat.doch das Bushäuschen war ganz neu,aus gelben Sandsteinen erbaut und das Dach war noch dicht.Früh am Morgen,die Sonne war noch nicht aufgegangen,und ich hatte gerade meine Sachen gepackt,kamen dann schon die ersten Busfahrgäste und wurden zur Arbeit gefahren.Ich machte mich auf den Weg,und fuhr durch eine weite,flache ,fruchtbare Ebene bis nach Gence(die "e"sind seitenverkehrt geschrieben,fragt mich nich was das bedeutet.)Hier habe ich das erstbeste beste Hotel genommen und gleich mal ordentlich geduscht.Jetzt gehts mir auch schon einigermaßen und morgen gehts dann weiter Richtung Baku.

Sonntag, 8. April 2012

FAQ

Die Zehn häufigst gestellten Fragen unserer Zeit.

1.Meine Speicherkarte ist voll,muß ich jetzt nach Hause fahren?

2.Der Aschenbecher in meinem Auto ist voll,darf ich zu einer früheren Inspektion in die Werksatt kommen,um das Problem lösen zu lassen?

3.Mein Navi hat keinen Strom.Hilfe!!! Ich bin verloren,in meiner Garage!Holt mich hier raus!!

4.Papa,wie seid ihr eigentlich früher ins Internet gekommen,als es noch keine Computer gab?

5.Gibt es ein Leben nach"Wetten das"?
(Wird oft gefragt bei Menschen ab 65, weiblich und männlich)

6.Hallo!Siehst du mich?Ich seh Dich!
(Wird gerne am Handi gefragt,bei Verabredungen)

7.Gibt es ein Leben nach "DSDS"?
(Wird oft gefragt bei Menschen bis 35,männlich und weiblich)

8.Hass`e ma`n Euro?
(Häufig gestellt im Kabinett Merkel an Herrn Schäuble.Erfinder der Frage war Herr Schröder,der damals als er Politiker war auch nie einen hatte.Das soll jetzt besser geworden sein,seit Gasprom.)

9.Wenn heute Wahltag wäre,würdest Du mich wählen?

1o.Will you still need me,will you still feed me when I`m 64?

Samstag, 7. April 2012

Again what learned

Gestern war ich dann nochmal im Nationalmuseum und es hat sogar funktioniert.Bilder aus den Sammlungen können nicht geliefert werden,da ein Fotoverbot besteht.Zuerst schickte man mich in eine sehr interessante Zusatzausstellung über kurdische Handwerkskunst,wo wunderschöne Teppiche zu sehen waren.Dann durfte ich eine temporäre Bilderpresentation eines verdienten georgischen Malers aus den 80ger Jahren anschauen und während ich in den Anblick eines Stillebens mit roten Äpfeln versunken war kam die Kassendame ganz hektisch angerannt und meinte,jetzt geht`s los.Wir gingen nach unten,wo der Museumsschatz liegt und eine junge Dame machte für mich und zwei dicke Österreicher eine englische Führung durch den Tresor.Der Schatz besteht aus einer einzigartigen Sammlung religiöser Kultgeräte aus allen Jahrhunderten seit der Christianisierung Georgiens.Vor allem befinden sich sehr viele Ikonen unter diesen Schätzen und da habe ich jetzt etwas besonderes erfahren.
Zuerstmal hat sich die Dame,die uns führte bei fast jeder Ikone die sie uns erklärte mehrmals bekreuzigt und uns dann erzählt,wo sie her ist,aus Süd-, Nord, West-oder Ostgeorgien und wer hier dargestellt ist.Und dann die Materialien und das zu jeder Zeit eine hohe handwerkliche Fertigkeit der Macher bestand.Als ich fragte,aus welchen Kirchen man denn diese Bilder entfernt habe und ob an den dann doch leeren Stellen neue Bilder aufgehängt worden seien,wurde ich belehrt,das Ikonen keine Bilder sind!Ikonen sind Werkzeuge des Glaubens und sie stehen für den Heiligen den sie darstellen selbst.Die Berührung der geweihten Darstellung ist gleichzusetzen mit der Berührung und dem Kontakt mit dem Angebeteten selbst.
Da gab es mal ein Streit unter den Popen,ob Bilder überhaupt statthaft sind in der Kirche wg.:"Du sollst dir kein Bildnis machen..."und da haben die Bilderbefürworter gewonnen. Argument:Gott hat sich ja mit Jesus selbst ein Abbild geschaffen also warum sollen wir nicht auch?
Na jedenfalls war das schon mal ein ganz schönes Fettnäpfchen und ich gelobe Besserung und will`s gewiss nicht wieder sagen,das ich Bilder von den Ikonen gemacht habe.Ich habe Fotos gemacht;aber nicht im Museum sondern in den Kirchen und Devotionalienläden.

Freitag, 6. April 2012

Stil der Jugend

Manche Leute geraten ja schier aus dem Häuschen,wenn sie Bilder aus dem alten Havanna präsentiert bekommen und laufen sofort zum Reisebüro,um sich sobald wie möglich, am Zerfall der kubanischen Hauptstadt zu ergötzen.Einfacher und billiger und näher wäre es allerdings,man würde nach Tiflis fahren.Verfall vom Feinsten nur ohne Salsa und Zigarre.Wenn man Glück hat fliegt einen die Lufthansa schon für 99,99€ hin.Ich hab da ein paar Bilder, die den einen oder anderen vielleicht anmachen.Ich weiß gar nicht,ob der Benedikt schon da war??