Nun werde ich wohl morgen Griechenland verlassen und in die Türkei einreisen.Das gibt Anlass,das erste Kapitel zu schliessen.
Es war bisher eine wunderbare Tour,ungefähr so,wie ich es mir vorgestellt hatte.Das Wetter hat doch ganz gut mitgespielt und meine Frühlingsbeschwörungen haben dann doch Erfolg gehabt.Eventuellen Nachahmern sei jedoch empfohlen,vielleicht bis Mitte April zu warten,dann ist es sicherlich ein paar Grad wärmer und die Hotels am Meer sind dann sicher schon offen,das Wasser wärmer und Baden möglich.Die verschiedenen Landschaften,die ich durchradelt habe sind nie langweilig gewesen.Es gab immer wieder spektakuläre Ausblicke,schneeweiße Gipfel,blaues Meer,weite Landflächen auf denen hier vorwiegend Baumwolle angebaut wird und dann wieder Lagunen ,auf denen sich eine Vogelwelt zuhause fühlt,die zu beobachten großen Spaß macht.
Gestern hatte ich eigentlich vor,es mal ganz ruhig angehen zu lassen,weil mir der Teil meines Rückens,der unmittelbar mit dem Sattel Kontakt hat, nach der Gewalttour von Saloniki nach Kavala schon etwas schmerzte.Das ging auch eigentlich ganz locker los.Aus den Orten,an denen ich vorbeizog,erklang überall der Sprechgesang der Priester,die hier die Landschaft mit großen Lautsprechern beschallen, damit am Sonntagmorgen jeder merken soll,das in der Kirche was los ist.Das ist zuweilen ein wenig grotesk,wenn zb.ein kleiner Ort zwei Kirchen hat und der eine Priester schon viel weiter ist als der andere.Da gibt es schon die eine oder andere Dissonanz.Mir persönlich ist da Glockengeläut doch lieber.
Na,jedenfalls kommt auf einmal ein griechischer Radfahrer daher und meinte,das die Strasse auf der ich fuhr eigentlich nicht die schönere Strecke sei sondern die,die am Meer entlang geht.Ich bin ja doch auch für das Schöne als warum nicht meinen Plan ändern?Das mit dem Schön war im Prinzip schon richtig ,nur kamen hier wieder die Berge ins Spiel und zwar am Abend,wo jeder normale Mensch müde wird.Ich hatte noch gefragt,ob es denn auf der schönen Route auch Hotels gibt,die aufhaben.Ja,klar,alle auf,sagte er.Aber,ihr könnt es euch schon denken ,kein einziges war offen,und es wurde immer später und bis zum nächsten größeren Ort noch 45km.In einem kleinen Dörfchen am Berg bin ich dann in die Kneipe und hab mal den Wirt gefragt,mit Händen und Füßen.Der deutete mir an,ich solle mich erst mal setzen und einen Tee trinken.Dann hat er telefoniert und wenig später kam ein junger Mann daher und deutete mir an,ich solle ihm folgen.Er fuhr mit dem Auto den Berg hinauf und ich hinterher.
Am letzten Haus des Dorfes,an der höchsten Stelle, hatte der Opa des Burschen sich ein Haus gebaut mit ein paar Fremdenzimmern.Opa war 1957 in Deutschland zum Arbeiten gewesen und konnte noch ganz gut Deutsch.Pavlos,so heißt er,lud mich gleich zu einem Bier ein,trank aber selbst nichts(wegen Herz)und wir haben uns dann lange über Familie,Politik und die Zähne seiner Frau(die eigentlich gar keine mehr hatte)unterhalten.Da oben auf dem Berg war eine Stille,das ich dann erst
heut morgen sehr spät aufwachte und mir vornahm,es heute mal ganz ruhig angehen zu lassen.





Ein Radler, auf dem Weg nach Shanghai
AntwortenLöschenFand bald, dass der Weg schwer und weit sei
Bei den Griechen war’s kalt
Doch das legte sich bald
Nun wärmt ihn die Sonne der Tür-kei