Samstag, 31. März 2012

Ein Unfall mit Folgen?

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle über den wunderschönen Goldschatz, den ich mir im Nationalmuseum angeschaut habe berichten,aber die Umstände zwingen mich euch etwas anderes zu erzählen.
Gestern,als ich auf dem Burgberg war,bin ich beim Hinabsteigen über einen lockeren Pflasterstein gestolpert,nach vorne gestürzt und bin mit meinem Körper auf meine rechte Hand gefallen.Die hat sich so überdehnt,das an zwei Fingern die Bänder gerissen sind und das alles im Krankenhaus genäht und gerichtet werden mußte.Jetzt kann ich meine rechte Hand nur noch eingeschränkt benutzen und habe noch ein paar Termine im Krankenhaus,wo dann noch mal alles nachgeschaut werden soll.Wenn alles gut verheilt,geht es nächste Woche weiter nach Aserbaidschan,wenn nicht, muß ich leider die Heimreise mit dem Flugzeug antreten.Zum Glück habe ich einen netten Georgier getroffen,der mich gut versorgt.Der hat mich jetzt in einen schönen Ort,ungefähr 100 km von der Hauptstadt weg,gebracht,wo ich mich jetzt erstmal von dem Schock erholen kann.Ich bin in einem schönen Hotel untergebracht,wo man vom Balkon aus über eine weite Ebene die ganze Bergkette des Kaukasus mit den schneebedeckten Gipfeln sieht.Das ist ein gewaltiges Bild und Entschädigung für die erlittenen Schmerzen.

Freitag, 30. März 2012

Rundgang durch Tiflis

Das Hotel,habe ich im Internet ausgekundschaftet und für brauchbar befunden.Es liegt auf dem Felsen über dem Fluss und zur Altstadt sind es nur ein Paar Schritte.Neben dem Hotel entdecke ich eine Kirchenruine,bei der ein dicker Riss durch den ganzen Giebel bis ins Fundament hinein geht. und das macht mich neugierig,zumal hier in der Gegend noch einige zerstörte Häuser stehen.Die Frage war,wann denn das letzte Erdbeben die Stadt erschütterte. Es gab eigentlich immer wieder Erdbeben der unterschiedlichsten Stärken,aber das letzte , das größere Schäden angerichtet hat ,war das von 2002.Damals waren zwar nicht so viele Opfer zu beklagen,aber es wurden etwa 10 000 Gebäude beschädigt.Die Schäden konnten bis heute noch nicht alle behoben werden.
Meinen Spaziergang beginne ich, indem ich an der Metekhi Kirche am Denkmal des Stadtgründers auf dem Felsen über dem Fluß stehe und mir erst mal einen Überblick verschaffe.König Vakhtang Gorgasali hatte der Sage nach ein Rebhuhn mit seinem Pfeil in der Luft so getroffen,das es in das heiße Wasser der ,damals noch unbekannten, Thermalquelle fiel und sogleich gekocht,verspeist werden konnte. Das hat dem König so gut gefallen, weil es ja so praktisch war,das er an dieser Stelle erstmal ein Schnellrestaurant aufmachte,um das herum sich dann die Stadt Tiflis entwickelte.Heute gibt es hier noch viele andere Restaurants und aus dem allerersten hat sich ein großer Thermalbadekomplex entwickelt,mit Schwefelquellen und Fangomassagen.Hier steht auch die einzige Moschee von Tiflis,an der zur Zeit viel renoviert wird.Hinter der Moschee erhebt sich ein steiler Berg,auf dem die Festung von Tiflis gebaut ist.Tiflis liegt,ich muß es sagen,an der Seidenstrasse und ist seit vielen Jahrhunderten ein wichtiges Handelszentrum am Rande des Kaukasus.Vielleicht könnte man die Stadt als das frühere Tor von Asien nach Europa bezeichnen.Viele Kriege wurden hier geführt,um diesen Stützpunkt zu beherrschen.An der Hauptstraße,die sich von Ost nachWest durch die Stadt zieht liegen die alten Raststationen der Karawanen,die heute zum größten Teil restauriert werden und dann anderen Zwecken dienen.Es gibt in dieser Stadt eine große Anzahl von Kirchen.Die Menschen hier haben nach den vielen Jahren des Atheismus/Kommunismus zu ihrer alten Gläubigkeit zurück gefunden und man kann in den Gotteshäusern ein reges Leben beobachten.Im Gegensatz zu den Moscheen der Türken,die ja in ihrem Inneren eher schlicht möbliert sind,findet man hier massenhaft Heiligenbilder und Ikonen,vor denen sich die Gläubigen niederwerfen und deren Bilderrahmen an bestimmten Stellen schon rech abgenutzt aussehen,weil es so Sitte ist,diese Rahmen an diesen Stellen zu küssen.Das Sichbekreuzigen ist in Georgien bei Frau und auch bei Mann sehr häufig zu beobachten.In der Kirche sowieso,aber auch auf der Straße,wobei mir noch nicht ganz klar geworden ist,ob es da irgendein System gibt.
Es gibt seit neuestem hier einen Restaurant und Kneipendistrikt in der Altstadt,wo es sogar einen Irishpub gibt-ist das nicht toll??!!wo früher dir Kamele langgezogen sind und Wasser zu ihrer Erfrischung bekamen.Das ist jedenfalls ein Zeichen wachsenden Wohlstandes,denn erstens scheint es eine große Anzahl ausländischer Geschäftsleute hier zu geben und zweitens, wenn sich die einheimische Jugend in den Kneipen und Bars das Bier für umgerechnet 5€ leisten kann, dann scheint es doch vorwärts zu gehen.
Außerdem gibt es auch hier einige sehenswerte Museen,von denen ich später dann berichten werde.

Donnerstag, 29. März 2012

Batumi-Tiflis

Batumi ist als Seebad und Hafenstadt seinerzeit sicherlich eine Schönheit gewesen.Es gibt viele Gebäude aus der "Gründerzeit",während der man hier zur Zeit des Zaren, im Gegensatz zum Resteuropa, nochmal einen draufgesetzt hat an Stuck und Pomp. Hier kann man sehen mit welchem Aufwand und welchem Elan zu Werke gegangen werden muß,um die Beschädigungen,die durch Unachtsamkeit,mangelnde Pflege der Gebäude und funktionellen Missbrauch im Laufe der Zeit entstanden sind,zu beheben.Manchmal ist es leider unumgänglich,das ein auch noch so schönes Gebäude abgerissen werden muß,wenn die Restaurierung zu aufwändig wird.Dann wird einfach ein Betonklotz gegossen an den dann ein paar Jugedstilelemente angeklebt werden und schon passt es.An den Gebäuden aber,an denen die Schäden reparabel sind,geht man hier jedoch sehr sorgfältig zu Werke und schafft richtige Schmuckstücke.Wie in Batumi,so auch in der Hauptstadt Tblisi. Hier ist seit mehreren Jahrhunderten nichts zerstört worden und wenn Beschädigungen an den Gebäuden entstanden sind,dann entweder durch Erdbeben oder Kommunismus.Wobei es schwer ist,herauszufinden,welche Zerstörungskraft die Größere war. Nach der Befreiung haben auch georgische Panzer und Raketen ein wenig an der Substanz gerüttelt.So ist ein Sanierungsfall entstanden,der sicherlich ein wunderschönes Ensemble schaffen könnte,aber so teuer und schwierig sein wird,das das Land Georgien noch Jahre brauchen wird,bis man Erfolge sieht.
Ich bin gestern in die Hauptstadt Georgiens mit einem Minibus gekommen.Der Fahrer hat meine Gespannteile mit einem Bindfaden auf dem Dachgepäckträger festgeknotet und war eigentlich ganz zuversichtlich,das sie auch die etwa 400 km da oben bleiben würden, obwohl ich da so meine Zweifel hatte. Meine Zweifel verstärkten sich noch einmal,als sich meine Mitfahrerin auf dem Nebenplatz, im Moment,wo der Fahrer den ersten Gang einlegte, heftig- und das mehr als drei Mal bekreuzigte.(was sie dann allerdings während der Fahrt jedesmal tat,wenn es an einer Kirche ,einem Krankenhaus und an einem Friedhof vorbei ging).Dimitri ist aber ein alter Hase,ein sehr erfahrener Minibusdompteur,der von der Eintagsfliege bis zum Elefanten schon alles Getier an seiner Windschutzscheibe hat kleben sehen.So bewegte er mit einigermaßen kalkuliertem Risiko sein Gefährt über die schlaglochübersäten Straßen des Landes.Er wußte immer genau,wo die Polizei Radarkontrolle machte,wo er am günstigsten über die zur Langsamkeit zwingenden Schwellen auf der Straße möglichst schnell fahren konnte und kannte alle Stellen,an denen es nicht ratsam war, in dritter Reihe nebeneinander zu überholen .Als wir schließlich in Tiflis ankamen wollte Sofia,meine Nachbarin,gar nicht mit dem Bekreuzigen aufhören und umarmte mich zum Schluß dankbar,weil ich sie ab und zu schon mal etwas beruhigt habe.
Sie half mir dann noch,das ich mein ganzes Gepäck und mein Fahrrad bei der Gepäckaufbewahrung am Busbahnhof unterstellen konnte und dann holte ihr Onkel sie ab und ich verschwand im tiefsten U-bahnschacht,den ich jemals gesehen habe, um in die Innenstadt zu gelangen,wo ich ein Hotel zu finden hoffte.

Mittwoch, 28. März 2012

Georgia on my mind

Moonlight through the pines,dazu ist es noch zu früh,aber sunlight hatte ich heute jede Menge und als ich dann unvorhergesehen auf das Fahrrad stieg ,war es sogar richtig warm geworden.
Der Taxifahrer,der mich abholen kam,war vom Hotel gebeten worden,doch bitte mit einem etwas größeren Auto vorbeizukommen,kam aber mit einem etwas kleineren.Macht nix,klappen wir halt alles zusammen,und der Rest schaut hinten raus.Ich habe mich nach Rize zum Busbahnhof fahren lassen.Dort gibt es mehrere Busunternehmen,die auf allen Strecken Fahrten anbieten.Ankara,Istanbul,Antalya und auch nach Batum,zur Grenzstadt in Georgien.Die einen,die ich fragte, wollten wohl nicht so recht, weil ja ein Fahrrad so viel Platz im Gepäckfach wegnimmt,also frage ich mal bei der Kon....und schon war das Rad zerlegt und eingepackt und die Taschen obendrauf und einsteigen und Abfahrt.
Ehe ich mich versah saß ich im Minibus und ab gings,über die Dörfer nach Georgien.Unterwegs wurden mal immer wieder Leute an irgendeiner Kreuzung abgesetzt und dann wieder auf freier Strecke gehalten,weil ein Fußgänger so aussah,als wollte er mitfahren,wollte er aber nicht, wie er wohl dem Busfahrer nach einem kurzen Plausch klarmachen konnte.Gut,das es im Minibus keine Teeküche gibt,sonst hätten die beiden sicher noch einen Cay zusammen genommen.Auf einmal,in einem kleinen Ort war der Busfahrer plötzlich weg.d
Die Fahrgäste wurden schon etwas ungeduldig und rumorten als er mit einer Einkaufstüte in der Hand wiederkam und dann schneller als vorher weiterfuhr. Wahrscheinlich gab es hier das Kilo Köfte für 10TL und da mußt du zuschlagen,so günstig kriegst du es nie wieder.Plötzlich,ein lautes Geschrei.Eine Verschleierte Frau mit ihrer unverschleierten Tochter wollte eigentlich schon an der letzten Strassenkreuzung abgesetzt werden und hatte das wohl auch schon beim Einsteigen angekündigt.Nein,sie wollte jetzt nicht irgendwo aussteigen sondern da wo sie es gesagt hatte. Also,Rüchwärtsgang rein und gegen den Lkw Verkehr zur letzten Kreuzung.Stop.Zur Entschuldigung packen der Fahrer und der Fahrkartenmann alle Gepäckstücke der beiden Frauen aus dem Bus und tragen sie über die Strasse zum dort wartenden Taxi.Beide helfen dann noch der Verschleierten über die Leitplanke,damit ja niemand das Bein irgendwie zu sehen bekommt!!Dann wird sich kräftig entschuldigt und weiter gehts.Mit mir sind sie heute leider oder ich muß sage zum Glück nicht so umsichtig umgegangen.Als wir an die Grenze kamen mußte alles Gepäck aus dem Bus raus und jeder Fahrgast mußte sein Zeug eigenhändig nach Georgien tragen.Ich mußte aber erst mal mein Rad zusammen bauen und dann mit meinen vier Gepäckstücken durch die türkische Kontrolle und dann durch die georgische.Da war mein Bus schon abgefahren und hatte nicht auf mich gewartet.Also,mußte ich unter reger Anteilnahme der georgischen Zuschauer meinen Möbelwagen wieder beladen und bis nach Batumi die 25 km mir erradeln.Das war aber sehr schön,denn unterwegs kam ich an einem archäologischen Schmuckstück vorbei,dem Römerkastell Gonio-Apsaurus,wo mich eine junge ,angehende Archäologin in gutem Englisch durch die Anlage führte.
:Jetzt bin ich in Batumi in einem Kalten Hotel und morgen geht es weiter in Richtung Tiflis.

Dienstag, 27. März 2012

Kälte killt

Die nicht enden wollende Kälte hat mich inzwischen so weit gebracht,das ich alle meine Vorsätze,nämlich nach Shanghai mit dem Rad zu Fahren endgültig relativiere.Ich habe ja eigentlich nichts zu büßen oder verdiente es nicht für irgendetwas bestraft zu werden.So formuliere ich mein Vorhaben jetzt neu:Ich nehme den Landweg nach Shanghai unter Anwendung aller verfügbaren Verkehrsmittel.Das hört sich dann schon nicht mehr so heroisch an,ist aber sicherlich auch mit der einen oder anderen Anstrengung verbunden.
Schon morgen werde ich nach Rize zum Busbahnhof fahren und sehen,wohin mich dort so ein rollendes Ungetüm mitnehmen kann,und wenn es bis Tiflis ist,wäre es mir auch egal.Hier unten am Meer regnet es,es ist kalt und in den Bergen schneit es wieder.So schön es in der Türkei auch war,jetzt müssen mich die Georgier davon überzeugen,das sie da an Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mithalten können.Ich werde berichten!!

Montag, 26. März 2012

Ordnung muß sein!

Ich hatte schon das Licht am Ende des Tunnels gesehen,da tauchten plötzlich zweiGestalten aus der Dunkelheit auf.Sie waren mit diesen grellen Warnwesten bekleidet und hatten Taschenlampen in der Hand."Stop!Halt! Keinen Meter weiter!"Das waren die Wächter des Tunnels,die gerade auf Kontrollgang waren.Aus ihren aufgeregten Gesten konnte ich ganz klar erkennen,das ich hier eine ganz schlimme Tat begangen hatte,nämlich einen Tunnel mit dem Fahrrad zu befahren.Sie machten mir Zeichen,das ich mein Fahrzeug wenden sollte.Das war aber in dem Tunnel vielleicht noch gefährlicher,als durch ihn hindurch zu fahren.Deswegen unternahm ich erstmal nichts und deutete meinerseits an,das ich das nicht machen wollte,weil ja doch jederzeit ein Auto angebraust kommen könnte.Das haben sie dann auch eingesehen und haben beraten,was denn zu machen sei.Die paar Meter weiterfahren,auf keinen Fall.Somit stürzte sich der eine mit seiner Taschenlampe auf die Fahrbahn und stoppte den Verkehr.Der andere half mir freundlicherweise beim Wenden meines Gespanns,was nicht so ganz einfach war.Dann trotteten wir zu dritt unter Taschenlampenwarnbeleuchtung auf einem kaum mannsbreiten Sockel gegen den anrollenden Verkehr zum Anfang des Tunnels.Ich hab dann noch mal nachgeschaut,ob ich da irgend ein Zeichen übersehen hätte,aber vielleicht bedeutet schon der Hinweis auf den Tünnel ,das Radfahrer und Eselskarren den Weg über den Berg nehmen müssen.Der war dann auch gar nicht soo schlecht und gab ausserdem landschaftlich vielmehr her.Bzw.hätte noch mehr hergegeben,wenn es nicht so nebelig gewesen wäre.Jemand,der die Gegend hier kennt und liebt,hatte mir gesagt,es wäre hier so,wie in der Schweiz, nur ohne Touristen.Ich werde davon nicht berichten können und höchstens sagen müssen,es war wie in der Schweiz ,nur ohne Touristen und ohne Berge aber mit Schweizer Garde.
Die Gegend hier um Trabzon ist bekannt für ihre Haselnussplantagen und der Ort Rize ist ein Zentrum des Teeanbaus und der Herstellung von Tee.Die Teeplantagen fangen gleich unten am Meer an und ziehen sich in grünen Wellen die Hänge hinauf.Deswegen finde ich,das es hier so ein bisschen aussieht wie in Longjing,nur ohne Chinesen.

Sonntag, 25. März 2012

Im Galopp nach Trabzon

Trabzon 25.03.2012
Gestern in Samsun saß ich nachmittags noch ein wenig auf der Hotelterasse am Pool und nebenan in der Bar waren einige Leute eifrig am Tango tanzen.Natürlich juckte es mich schon auch in den Beinen,denn wie ihr wisst bin ich ja auch ein begnadeter Aficionado.Doch selten sind meine Ochos ohne komplizierte Verwicklungen vonstatten gegangen und die Damen hier hatten
so spitze Highheels,das sie diese vielleicht als Waffen gegen mich gebraucht hätten.Also habe ich mich beherrscht und nur zugeschaut und die Musik genossen.Am Abend hatten die Hotelbesitzer eine Musikgruppe in ihr Restaurant eingeladen,die mit Dudelsack und Kniegeige türkische Volksmusik vorspielte und dazu gab es Speisen der Region.Die Musikanten trugen ihre Stücke mit einer solchen Begeisterung vor,das die Gäste zu tanzen begannen und die Party kein Ende nehmen wollte.Ich war leider schon ein wenig angeschlagen und verschnupft und als ich heute Morgen aufwachte spürte ich,das ich mich wohl erkältet hatte.Zum Glück hatte ich mich mit dem Recep verabredet,der dann auch trotz Zeitumstellung fast pünktlich zum Hotel kam und mich und meine Fahrmaschine ins Auto packte und nach Trabzon verfrachtete.Das war eine wirklich gute Tat,denn ich werde jetzt den restlichen Weg bis Aserbaidschan wahrscheinlich aus eigener Kraft schaffen.

Samstag, 24. März 2012

Träume werden wahr

Samsun.24.3.2012
Es ist doch schön,spät aufzustehen,gut zu frühstücken und dann Zeit zu haben,um alle Sehenswürdigkeiten der Städte,die man sich erradelt hat,in Ruhe anzuschauen.Jedoch"Eins, zwei, drei im Sauseschritt,eilt die Zeit,wir eilen mit."So wird es eine Notwendigkeit sein,von der reinen Lehre des Radelns abzuweichen und dem Terminkalender zu gehorchen.Der sagt:"Du solltest am 10.April in Aserbaidschan einreisen,dann hast du vielleicht genügend Zeit,dich um eine Überfahrt über das Kaspische Meer zu kümmern,denn das Einreisedatum für Kasachstan steht ja auch schon fest." Heute hatte ich mal wieder das Bedürfnis,mich an einen Kuaför meines Vertrauens zu wenden denn der Bart wird immer länger,da braucht man gar nichts selbst zu tun.Da saß am Nachbarstuhl der Reçep und der freute sich,das er mal wieder einen Deutschen trifft und zwischen Schere und Messer kommen wir ins Gespräch.Der hat 24 Jahre in Hamburg als selbständiger Gemüsehändler und Dönerberater gearbeitet und lebt jetzt seit einiger Zeit wieder in der Heimat und hat ein Geschäft für Tabak und Getränke gegenüber vom Frisör und handelt ausserdem mit Bullensamen,den er tiefgefroren aus Deutschland bezieht und ihn hier an Tierärzte weiterverkauft.Ich erzähle ihm meine Geschichte und das ich morgen in Richtung Trabzon weiterfahren will.Da sagt er,er sei von hier aus noch nie nach Osten gefahren,immer nur nach Westen und er möchte doch so gerne mal auch nach Osten fahren und ob ich ihm da vielleicht ein Begleiter sein möchte.Wie könnte ich ihm diesen Lebenstraum verwehren?Das wäre doch wirklich unhöflich,zumal er mir doch einen Tee spendiert hat.Jedenfalls wird er mich morgen Früh um 10 Uhr vom Hotel abholen und mit mir ein Stück nach Osten fahren.Mal sehen, was passiert.

Impressionen am Frühstückstisch

Über die Gefahren des Handi`s

Die Sonne ging gerade auf
Und schon gestresst im Tageslauf,
Saß Wichtigmann am Frühstückstisch
Und hat sein Handi neben sich.
Denn oft,wenn`s Frühstücksei gepellt,
Sein Makler aus New York ihn wählt.
Und so ist das auch heute.
Ihn stört nicht das Geläute.
Im Gegenteil,er ist ganz froh,
Aufmerksamkeit erregt er so.
Denn alle schauen zu ihm hin
Und meistens hört er vom Gewinn.
Doch anders ist es heute.
Er war des Bären Beute.
Sein Makler kündet:"Pleite!"
Er biss g`rad in sein Schinkenbrot,
Verschluckt - erstickt - jetzt ist er tot!

Freitag, 23. März 2012

Bandirma

Bandirma,so hieß das Dampfschiff mit dem der Vater aller Türken 1919 mit einer Truppe seiner getreuen Anhänger in Samsun landete.Von hier aus entwickelte sich der moderne Staat Türkei.Deswegen gibt es hier jede Menge Türkenvaterstatuen,mal hoch zu Ross,mal nur der Kopf und ein anderes Mal nur ein überdimensionales Poster am Hochhaus.Es gibt sogar ein Wachsfigurenkabinett mit lebensgroßen Atatürkpuppen. Samsun ist also so etwa die Hauptstadt der Befreiung vom Sultanjoch und darauf ist die Stadt stolz.
Wie der Bus hieß(ich glaube Mercedes),mit dem ich in die Stadt kam ,ich kann es nur vermuten und ich bin mir ziemlich sicher,hier kein Denkmal errichtet zu bekommen,weil ich heute keinen Helden abgegeben habe, sondern dem Einfluss des Wohllebens unterlegen war.Ja,ich bin mit dem Bus gefahren und das war gut so!!!!
1. war es immer noch schweinekalt und ich war gestern in dem schönen, warmen türkischen Bad und muß sagen,an angenehme Wärme kann man sich besser gewöhnen als an bittere Kälte.
2.Als ich im Bus saß und wir gleich am Anfang durch zwei längere enge Tunnel gefahren sind hatte ich irgendwie das Gefühl alles richtig gemacht zu haben.
3.Die Strasse war oben auf dem Pass noch gar nicht fertig und verengte sich von vierspurig auf zweispurig.Das hatte ich schon mal und war in diesem Moment schon wieder überzeugt,alles richtig gemacht zu haben.
4.Das ganze hat mich gerade mal 10 TL gekostet.(Dieser Preis führt mich natürlich in die Versuchung,den Bus als Beförderungsmittel im Auge zu behalten,denn es wird langsam eng,wenn ich am 10.4. in Aserbaidschan einreisen will.)Ich werde mich natürlich auch mal nach einem Dampfer nach Batumi (Hafenstadt in Georgien, Kreuzworträtselrater aufgemerkt!!)umschauen.Vielleicht klappt es ja dann da auch mit dem Denkmal.Wer weiß?
Ps.Das schwarze Meer ist nicht schwarz!(Bild!)

Donnerstag, 22. März 2012

Merzifon

So richtig gut habe ich da in Erdkunde nicht aufgepasst oder wahrscheinlicher ist,es wurde nie erwähnt.Wer weiß denn schon,das es eine Stadt namens Merzifon gibt?Mal ehrlich,da gehen doch ganz wenige bis keine Finger hoch.Warum ich da so aufdringlich bin?Weil das eine ganz hübsche Stadt ist.Man sieht ihr das auf den ersten Blick auch gar nicht an und ich glaube,die Leute hier wissen es auch noch nicht so lange.Das alte Badehaus, aus dem 17.Jahrhundert,wird gerade renoviert ist aber in Betrieb und ich war der einzige Gast heute Abend.Der Bademeister erklärte mir alles ganz genau weil ich ja noch nie in so einem türkischen Bad gewesen bin.Als erstes mußt du mal die Schuhe gegen Badelatschen tauschen.Dann begleitet dich der Bademeister zur Umkleidekabine und gibt dir ein Tuch,das du dir um den Bauch binden solltest,wenn du ausgezogen bist.Der Umkleidebereich ist mit Holzkabinen zum Abschließen ausgestattet und in der Mitte unter einer großen Kuppel steht ein Brunnen mit Trinkwasser. Der,und der Fußboden sind aus weißem Marmor gemacht und die Wände aus großen Steinquadern mit Backsteinreihen unterbrochen.Der Badebereich,die Wärmeplatte und die Dampfgewölbe sind mit Marmor ausgelegt und überall an den Wänden sind kleine Marmorbecken angebracht über denen sich altertümliche Wasserhähne für warmes und kaltes Wasser befinden.Ich hab erst mal geduscht und mich dann auf den Warmen Sockel gelegt,für die Sauna hatte ich keine Lust.Nach einiger Zeit kam der Massierknecht und verwies mich auf eine Liegebank und fing an,meinen Rücken mit kratzigen Sisalhandschuhen zu bearbeiten.Muß man mögen,brennt ziemlich.Dann so nach und nach brennt es überall.Als nächstes mußt du dich auf einen warmen Stein neben einem Wasserbecken setzen und der Masseur überflutet dich mit warmem Wasser. Zweiter Gang Seifenmassage, da wird man dann total eingeseift und durchmassiert und der hatte eine ganz schön harte Tour drauf so,das ich ihn doch ab und zu mal bremsen mußte.Dann wieder auf den Stein und abfluten lassen.Ich hab mich noch ein paar Minuten auf den Marmorsockel setzen dürfen und wurde wieder zu der Umkleidekabine geleitet.Frisch geknetet gehe ich an der alten Moschee vorbei neben der gleich der Basar gelegen ist.Das sind so enge Gässchen,mit lauter kleinen Lädchen.Eine dunkle Holztüre erregt mein Interesse. Neugierig mache ich sie auf und stehe fast mitten in einem wunderbaren Restaurant,das in einem überdachten Basar aus dem17. Jahrhundert eingerichtet ist.Kein Touristennep sondern ein Lokal,in das die Leute aus der Stadt mit ihren Familien zum Essen gehen.Man kocht hier "Ottoman Imperial Kitchen"und das ist nicht die schlechteste Küche,die ich kenne(bzw.noch nicht gekannt habe.)
Es ist immer wieder erstaunlich,wie freundlich die Menschen hier sind und ich habe nicht das Gefühl,es ginge ihnen nur um das Geld,die sind ganz natürlich so.Sollte der Preis für die Aufnahme der Türkei in die EG eine von Brüssel standardisierte Freundlichkeitsverordnung sein,dann bitte lasst die Türken niemals Mitglied werden.
Wenn also mal einer von euch nach Merzifon kommen sollte ,gönnt euch das Restaurant" Bedesten",ihr werdet es nicht bereuen!!
Nachtrag:Der auf dem Pferd ist mal ausnahmsweise nicht der Türkenvater sondern"Merzifonlu Kara Mustafa Pascha".

Wer gut schmiert ...

Wie gewohnt kommt nach dem Aufstehen und Frühstücken erst mal der große,lange,steile Berg.Aber nach meiner Griechenlanderfahrung gibt es eigentlich kaum Berge,die in irgendeiner Weise bedrohlich oder beängstigend sind.(Obwohl, Pamir,Himalaya und Taishan liegen noch nicht in Sichtweite und ich weiß nicht,wie die Versorgungslage dort ist.Aber da mache ich mir jetzt noch keine Gedanken.)Als ich zu der ersten großen Tankstelle komme möchte ich meine Felgen mal wieder etwas "wässern",denn da gibt es ein knarrendes Geräusch,das nur verschwindet,wenn die Felgen mit viel Wasser in Kontakt kommen und das so etwa alle 14 Tage.Die Tankstelle ist mit zwei Mann besetzt,aber es gibt hier kein Benzin,weil gerade ein Besitzerwechsel stattfindet und der neue Besitzer erst mal alles umbauen will.Deswegen haben die Burschen viel Zeit und natürlich auch Tee.Bevor der Wasserhahn aufgedreht wird gibt es erstmal was zu trinken.Dann darf die Felge gewässert werden und zugleich wird festgestellt,das die Kette Öl braucht und gereinigt werden muß.Leider war der Druckluftschlauch kaputt und damit eine Generalüberholung nicht möglich.Die Namen werden ausgetauscht,was hier irgendwie eine besondere Maßnahme ist,wenn man jemanden mag.Weiter gehts bergan und bald bin ich dann auch wieder im ewigen Schnee und es wird kalt.Der Himmel bezieht sich aber es sieht nicht nach Regen aus.Es geht diesmal auf 1200 m Passhöhe aber dann wieder eine herrliche Abfahrt,fast bis nach Marzifon,der heutigen Tagesetappe.Die Stadt liegt am nördlichen Rand einer Ebene und die Strasse führt etwa 15 km schnurgerade auf sie zu.da hat man gleich den Blick auf die Berge,die morgen drankommen. Natürlich schneebedeckt und abweisend.Da weiß ich gleich,wie der Tag morgen beginnt,wenn es dann nach Samsun geht.Aber die Kette ist ja gut geschmiert!!

Mittwoch, 21. März 2012

Über die Berge und in die Federn

Von Kirikkale nach Sungurlu lief alles wie geschmiert.Die Sonne schien und gegen Mittag wurde es richtig warm.In Sungurlun angekommen frage ich mich zu einem Hotel durch.Sehr kompliziert,wenn man die Sprache nicht kann.Aber Oootel begleitet von Schlafbewegung und leichtem Schnarchgeräusch,erregt nicht nur Heiterkeit sondern führt auch meist zum gewünschten Ergebnis.Inzwischen weiß ich auch,das güzel gut heißt und das es aber immer relativ ist,was der eine oder andere unter gut versteht.Jedenfalls hat der,der mich dann zu einem Hotel mit seinem Mofa lotste, gut ,so verstanden,das es gut für ihn selbst sein könnte,wenn ich es vom Hotel nicht so weit habe zu seiner Döneria.Das Hotel war mal wieder unter aller Sau und es wäre zu unappetitlich,hier weiter ins Detail zu gehen.Der Ort Sungurlu ist auch eigentlich nicht weiter erwähnenswert.So bin ich dann schon beim ersten Weckerklingelton,noch vor dem Morgenschrei aus dem Bethaus auf dem Rad gesessen und habe gemacht,das ich schnellstens wegkomme und in der ersten schönen Tankstelle mein Frühstück mit Zähneputzen erledige.Ich habe es kaum gemerkt,aber von Beginn an ging es heute nur bergauf und nach etwa 30 km lag wieder überall Schnee.Die Strasse war aber schon geräumt und trocken.So war die Strecke von der höchsten Erhebung bis Çorum nicht mehr so schlimm.Ein schönes Hotel hab ich auch gleich gefunden und freue mich auf eine warme Dusche und ein sauberes Bett.
Hier bei Çorum liegt das Zentrum der Hetiterkultur Und deswegen gibt es hier auch ein schönes Museum(Bild).Heute war ich der erste und einzige Gast an diesem Ort,und der Museumswärter begleitete mich vom Anfang bis zum Ende meines Besuches.Er knipste für mich an jeder Vitrine das Licht an und machte es wieder aus,wenn er meinte,das ich jetzt genug gesehen hätte.Das führte allerdings ab und zu dazu,das er es mehrmals an und ausschalten mußte,denn mein Interesse und seine Geduld hamonierten nicht besonders gut.Als ich dann gehen wollte weil ich alles angeschaut hatte lief er nochmal hinter mir her und machte mich noch auf ein kleines Museum im Museum aufmerksam,zu dem er auch den Schlüssel hatte.Das war eine kleine Ausstellung türkischer Handwerkskunst,denn irgendetwas türkisches muß doch auch hier gezeigt werder.Diese Hititler (wie sie hier heißen)waren ja ganz gewiss keine Türken und ein ganzes großes Museum ohne was türkisches,das geht so nicht.

Montag, 19. März 2012

Eile mit Weile

Um halb sieben klingelt der Wecker.Ich will heute einiges erledigen.Die paar Tage hier in Ankara habe ich genutzt,um mir klar darüber zu werden,was ich nicht brauche.Ein Paar Winterschuhe von ca.2 Kg habe ich ja bereits in Gelibolu nach hause geschickt.Jetzt müssen zwei schwere Taschen dran glauben und ein Seesack.Das erleichtert die Fracht nochmal um etwa 4 Kg.Da die Türkische Post in Gelibolu etwas träge war,dachte ich,das es vielleicht besser wäre mal UPS auszuprobieren.Also habe ich erstmal die Dame an der Rezeption gefragt,ob sie mir mal die Adresse und die Telefonnr.des UPS-Büros heraussuchen könnte und für mich mal eine Anfrage macht,ob Pakete nach Deutschland verschickt werden.-Ah-wie bitte?,kommen sie doch mal um 9.30 Uhr wieder.Büros in Türkenland machen so früh noch nich auf.Keiner da.Das UPS-Büro,das im Internet an erster Stelle steht sollte möglicherweise die Hauptzweigstelle sein.Ich lasse mich vom Taxi dahin fahren.Da steht ein Lastwagenfahrer vor der verschlossenen Türe.Als er mich kommen sieht,telefoniert er und sagt zu mir:"Open,fife minutes!"Schließlich nach einiger Zeit kommt noch ein Lastwagen angefahren.Der Mann mit dem Schlüssel steigt aus und schiebt die schwere Eisengardine vor der Türe weg.Er schaut sich meinen Fall an und meint dann,ja ,sie schicken schon Sachen nach Deutschland,aber nicht von dieser Filiale.Da vorne,der Taxifahrer der weiß,wo diese andere Filiale ist.Folgt Fahrt durch die Stadt.Die andere Filiale ist schon offen.Der Leiter findet auch einen Karton für mich,den er umständlich vermisst und setzt sich dann erst mal für eine Weile an den Computer und hackt auf den Tasten herum.Dann will er noch wissen,was ich denn verschicken will,und was passiert,wenn die Annahme verweigert werden sollte .Das alles wird als Daten im Computer zu einem Kostenvoranschlag zusammengemischt und heraus kommt,250,50 US Dollar.Na, dann schmeiß ich das Zeug doch lieber weg!
Ich lass mich vom Taxi wieder zum Hotel fahren und sehe unterwegs eine Postfiliale.Stop!! Rauslassen!Ich versuche es doch nochmal mit den Beamten.Hier ging auf einmal alles wie geschmiert.Formular ausfüllen,währenddessen der Schalterbeamte ein passendes Päckchen im Keller suchen geht.Eingepackt und fertig, 50 TL sind nicht zuviel und ab gehts.Der ganze Akt hat mich leider etwas Zeit gekostet.Ich wollte schon längst Richtung Samsun weitergefahren sein.Also,auf gehts.Quäl dich durch den Großstadtverkehr,bis an die Straße nach Kirikkale.Herrlicher Sonnenschein,Berge nur in weiter Ferne,es rollt wie geschmiert,so,das ich bereits um 16.30 Uhr in Kirikkale ankomme,wo ich ein Hotel suche.Schwer genug eins zu finden.Ich geh in das erste rein ,keiner da.Ich höre ein leises Murmeln hinter dem Tresen und schaue nach.Es ist die Zeit des Mittagsgebets,der Portier hat seinen Teppich ausgerollt und betet.Ich und verschiedene Anrufer stören das Gebet und müssen warten-warten -warten.Ich gehe dann doch noch mal raus auf die Strasse und sehe ein anderes Hotel.Gehe rein,keiner da.Hinter einem Vorhang raschelt etwas und ich sehe einen Schatten auf dem Boden,der sich hin und herbewegt und höre ein Gemurmel,wie in dem anderen Hotel.Ich und verschiedene Anrufer stören das Gebet und müssen warten-warten-warten.Schließlich kommt doch noch aus einer anderen Ecke ein Mann,der wohl schon fertig war und das Zimmer konnte bezogen werden.

Sonntag, 18. März 2012

Türkenvater

Stein-,Bronze-,Eisenzeit,viele Völker und Kulturen haben Anatolien als eroberungs- und besiedlungswürdig empfunden und so ist es die Folge,das jede Zeit ihre Spuren hinterlassen hat.Diese Spuren sind als Artefakte von Archäologen entdeckt und ausgegraben und dann hier in Ankara im "Anadolu Medeniyetler Müzesi"eindrucksvoll ausgestellt worden.Leider war die ganze Sammlung wegen Renovierung nicht zu sehen,aber das was zugänglich war zeigt,das hier im Kreuzungsbereich Asien-Europa Hochkulturen gewaltet haben.Hetiter,Galater,Griechen,Römer,Byzatiner ,Mongolen,Türken haben alle die wirtschafsstrategische Lage Ankaras als vorteilhaft gesehen und die Gegend besiedelt.Der Vater aller Türken beschloss daher auch,als es galt dem neuen Staat eine neue Hauptstadt zu geben,Ankara zu wählen.
Er war es auch,der die Gründung dieses Museums vorschlug und förderte.Seine Verdienste um das Land und vor allem um die Stadt Ankara sind den Menschen hier unvergessen.Überall,wo eine Fläche in der Stadt groß genug ist für ein Denkmal oder eine Reiterstatue ,da setzen sie den Türkenvater hin.Überall,wo an Häusern die Fronten zur Strasse lang und breit genug sind für Riesenplakate,da hängt ein Bild vom Türkenvater und überall,wo der Türkenvater schon mal gewesen war und eine Stadt oder eine Fabrik besucht hat,da ist eine Gedenktafel aufgehängt,die verkündet wann,wie und wo.Den Hauch der Geschichte werdet ihr spüren,wenn ihr euch das von mir im Bild festgehaltene alte Mikrofon lange genug anschaut.In dieses Mikrofon hat der Vater aller Türken seine Rede zum 10. Jahrestag der Staatsgründung der Türkei gesprochen und es ist seitdem nicht mehr gewaschen worden.

Samstag, 17. März 2012

Dirty old town

Ein Gang durch die Altstadt von Ankara ist dem Besuch einer Tragödie gleichzusetzen.Es ist verlockend,die Burg,als höchste Erhebung rundum zu besteigen,um einen Blick von oben auf die Hauptstadt zu werfen.Doch um dahin zu kommen quälst du dich durch ein Konglomerat von zerfallenen oder aufgegebenen Behausungen und nur an wenigen Stellen sieht man,das es doch Einwohner dieser Trostlosigkeit gibt,die noch Interesse haben,etwas vom Alten zu retten.Ich habe hier ein paar Bilder die den Zerfall vielleicht etwas zu schön wiedergeben.Die Wirklichkeit ist fast unerträglich.