Sonntag, 3. Juni 2012
Buchara 3
Diese alten Städte an der Seiden straße lebten und leben nicht nur vom Handel mit dem Stoff,der der Straße den Namen gibt sondern es gibt da noch so viele andere Dinge,mit denen man so manches gute Geschäft machen kann.Inzwischen sind es wohl die Souvenirs,seien es Teppiche, kupferne Kessel und Teller,Keramik schalen,gebogene Dolche und Messer und schöne gemalte Miniaturen.Diese Miniaturen hängen zu hunderten in allen Geschäften und da fragt man sich natürlich,wer malt so etwas in diesen Mengen?In einigen dieser Läden sitzen junge Männer,über Papiere gebeugt und füllen wie bei Malbüchern die leeren Vorlagen aus.Während ich einem dieser Maler über die Schulter gucke,spricht mich der Herr des Ladens an.Ich soll doch mal in den Laden hereinkommen ,denn da wären noch viel mehr und noch schönere Kunstwerke zu sehen.Ich folge der freundlichen Einladung und betrachte mir die vielen Bilder,die drinnen genauso aussehen,wie draussen,nur,das es drinnen dunkler ist und man eigentlich gar nichts richtig sehen kann.An einem Schreibtisch an der Wand sitzt ein junger Mann,der Sohn des Besitzers und malt seine Vorlage aus,mit Temperafarben,wie mir erklärt wird.Und er malt und malt und malt.Ich frage,woher sie ihre Vorlagen haben und ob es da vielleicht einen Katalog gäbe,weil ja auch in den anderen Läden die gleichen oder sehr ähnliche Bilder hängen.Nein,das ist alles ohne Vorlage und aus der reinen Kreativität gemalt.Alles sind Werke aus seiner Malschule und die Farben sind alle aus Buchara,nämlich von der Mutter nach alten Rezepten selbst gekocht.Ein Bild zu malen das dauert mindestens 20 Tage,so viel Arbeit und Schweiß steckt da drinne.Trotzdem würde er mir einen Rabatt von 20% auf alles geben,weil ich so früh am Tag schon da sei und bekanntlich der frühe Vogel...bester Preis in ganz Buchara und das wären dann 100 Dollar für dieses schöne Bild.Die Bilder sind sicherlich keine Drucke aber wenn der Sohn 20 Tage für ein Bild braucht,dann müßte er mindesten 150 Jahre alt sein,wenn er die ganzen Bilder der Auslage gemalt hätte.0der der Opa und der Vater haben schon ihr Leben lang auf Vorrat gemalt,damit all diese Bilder zusammen kommen konnten.eigentlich wollte ich ja auch gar kein Bild kaufen,weil ich es ja dann mit durch alle weiteren Länder mitschleppen müßte,also fange ich auch gar nich erst ab zu handeln an.Der Chef fragte mich dann,wo ich herkomme und als er hörte,aus München,meinte er,das er am überlegen wäre,ob er dieses Jahr auf der "Heim und Handwerk" einen Stand mieten sollte,um seine Produkte anzubieten.Da habe ich ihm gleich gesagt,das ich mich freuen würde,ihn in München besuchen zu können und das wir vielleicht dort zu ähnlichen Konditionen ins Geschäft kommen könnten und habe mich verabschiedet,froh,den Absprung so gut hinbekommen zu haben,denn es ist ja doch immer ein trauriger Moment,wenn ein Kunde den Laden verlässt,ohne etwas gekauft zu haben.So bleibt dann doch noch die Hoffnung.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen