Montag, 23. April 2012

Virtuell

Heutzutage im Computerzeitalter eine Postkarte zu verschicken,ja wo gibts denn sowas?
Der absurde Wunsch,ich solle ihr doch mal eine Postkarte nach Schanghai schicken,weil sie schon so lange keine Postkarte von jemandem bekommen hat,wurde von meiner Tochter Anne an mich herangetragen.Außerdem hätte sie noch eine Freundin in Volkach am Main und die will auch noch eine,weil sie sich auch immer über Postkarten aus aller Welt freut.
Wie kann ein lieber Vater einen solchen
Wunsch verwehren?Überhaupt nicht,also auf,die Sache angepackt.
Erstmal ist es fast unmöglich,Postkarten zu finden.Es gibt hunderte von Andenkenläden,aber die verkaufen hier hauptsächlich kleine Teppiche,Aladins Wunderlampen,Plastiknachbildungen des Maiden Tower,rote Schnabelschuhe,und Plastik Öltürme aber Postkarten hab ich an den Buden keine gesehen.Nach ein paar Fehlversuchen wird die Suche intensiver.Da gibt es Nationalandenken - läden,die auch noch alte Kommunistensterne und Uniformen aus alter Russenzeit anbieten und da liegt unter allem Krempel ein ganzer Satz mit Karten der mir aber zu teuer ist,weil ich ja acht von den zehn Karten wegschmeißen müßte.Nein,ich will einfach nur zwei schöne Ansichtskarten.Schließlich bin ich in der Supermall am Bulvar gelandet und da gibt es gleich am Eingang einen Bücherstand.Die haben zwar auch diese Zehnerpackungen aber ganz hinten,fast unter dem Regal finde ich einzelne Postkarten zum Schleuderpreis.1.Aufgabe erledigt. Mit zittriger Hand bringe ich meine Grüße aufs Papier. E-Mail schreiben geht irgendwie besser und sieht auch schöner aus.Jetzt heißt es eine Post finden,denn nur dort scheint es Briefmarken zu geben.Die Dame an der Hotelrezeption zuckte nur mit den Schultern,als ich fragte,wo denn das nächste Postamt sei und Briefmarken kennt sie nur vom Hörensagen.E-Mail Generation.Ich kombiniere,Postamt muß in der Nähe des Bahnhofs sein.Die Information im Bahnhof verweist mich nach draußen rechts. Kein Postamt zu sehen.Der Verkäufer im Phoneshop zeigt auf die andere Straßenseite.Kein Postamt weit und breit.Der Dönermann zeigt nun wieder auf die gegenüberliegende Häuserreihe und da finde ich eine kleine Verkaufsstelle der Post. Der Mann hinter dem Schalter verkauft mir auch bereitwillig vier Marken,aber er hat leider kein Wechselgeld in der Kasse denn der Umsatz durch den Verkauf von Briefmarken stagniert und die Dame am Nachbarschalter hat auch keine Kohle.Aber in seinem persönlichen Portemonnaie findet er die nötigen Münzen und er deutet an,das er die Karten selbst in den Abtransport bringt.Zum Glück habe ich viel Zeit um Postkarten zu verschicken,ich bin ja in Rente und wie langweilig und fad ist es, einfach nur so eine e-mail zu schreiben. So war dann schon wieder ein halber Tag rum und ich war beschäftigt.Hoffentlich gehts bald mit dem Radfahren weiter!

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