Früher,zu Zeiten,als wir alle noch nicht so häufig unterwegs und um die ganze Welt herum verteilt waren also,zu Zeiten als es das Wort Globalisierung noch nicht gab,da sah das Reisen doch ganz anders aus,als heute.Da stiegst du am Abend aus dem Orientexpress oder vom Elefanten und bist vom Sultan von Eschnapur in der Lounge des Maharadjiapalastes empfangen worden.Hemmingway saß meistens schon beim dritten oder vierten Gin Tonic an der Bar und fabulierte über den Fluß und die Wälder.Da wurden noch Gespräche von Mensch zu Mensch geführt und morgens wachte man mit einem mords Kater auf,hatte aber Weltliteratur gemacht.Zumindest verbal,real,auf Deutsch virtuell.
Heute steigst du aus dem Pauschalflieger,weißt gerade mal,wo du bist, wegen all inclusive brauchst du dir überhaupt keine Gedanken zu machen,ob es überhaupt noch einen Sultan von irgendwo gibt,denn sollte er abhanden gekommen sein,kannst du Preisminderung verlangen,wenn er auf dem Program stand.
Sollte die Küche oder die Internetverbindung schlecht sein,kannst du dich an die Beschwerdestelle der Reisegesellschaft wenden und bekommst einen Gutschein für 6 Wochen Türkei im Winter.Meistens eilt die ganze Reisegesellschaft an den Strand,in die Fußgängerzone oder die Einkaufstraßen der Städte und wer die besten Plätze bei Mc D. oder Starbucks belegt ,hat gewonnen.Dort wird dann das I-Phone bearbeitet und es weden an alle 954 Facebookfreunde e-mails verschickt und dann ist der Urlaub auch meistens schon rum und der Alltag hat sie wieder.
Die Menschen in den bereisten Ländern,sind sie anders als wir?wie leben sie?mit welchen Problemen haben sie zu kämpfen?was macht deren Leben lebenswert?Will es wirklich jemand wissen?
Reisen und Urlaub machen,das sind doch zwei ganz unterschiedliche Unternehmungen.Der Reisende hat,wenn er es will, Zeit für Gespräche und die Muße,auch mal an einer verschlossenen Türe zu rütteln.Der Urlauber muß sich erholen,und das muß möglichst glatt von der Bühne und muß möglichst störungsfrei vonstatten gehen.Die Ausgangslage ist bei beiden
Formen,die Fremde zu erleben,völlig verschieden.Im Urlaub soll die Fremde so sein wie das Zuhause nur sonniger ohne Hausarbeit und Aufräumen.Auf der Reise soll die Fremde exotisch und abenteuerlich sein.
So wird es für die Länder,die als Urlaubsziele von der Reiseindustrie vorgesehen sind mit der Zeit immer schwieriger,ihre Individualität zu bewahren,denn das Geld kommt vom Urlauber und nicht vom Reisenden.Die Menge machts.
Deswegen sind "Schwellenländer" wie Georgien noch so interessant,weil es noch nicht euroadaptiert ist und noch viel Eigenes,Traditionelles hat,womit der Massentourismus nicht so viel anfangen kann.Möge es noch lange so bleiben,wünscht sich der Reisende,möge sich alles schnell verändern ,wünschen sich die Menschen,die in dieser Armut und Ungerechtigkeit leben müssen.





Ja, wenn man viel Zeit hat, kommt man schnell ins Philosophieren. Die sichtbare Armut lässt natürlich über die Gerechtigkeit in der Welt sinnieren, kreiert aber auch interessante Fotomotive.
AntwortenLöschenPS: Nur interessehalber - Der Mann in der blauen Wärmejacke, mit der Mütze und dem weißen Bart, der, der dort so bescheiden die Hand aufhält - bist Du das? ;-)
AntwortenLöschenDas ist wohl jetzt die Entlassung aus der Genehsungskur und, mit welchem "Weissen" fahrst jetzt dann weiter? Der mit dem Dachständer ist glaube ich zivil, auch für den Anhänger geeignet. Schaffts Du´s aber damit bis SH?
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