Wenn du Kilometer für Kilometer geradeaus nach Osten fährst,dann kommst du irgendwann nach Kürdamir.
Das ist eine Kleinstadt etwa 200 km von Baku entfernt und normalerweise gäbe es keinen Grund,in Kürdamir anzuhalten,es sei denn,du bist müde oder hungrig und durstig.In meinem Fall traf beides zu und ein freundlicher Teehauswirt hatte mir geschworen,das es in Kürdamir ein richtiges Hotel gäbe.
Das "Motel Elite" liegt direkt an der Hauptstrasse und sieht von aussen ganz sauber aus.Drinnen finde ich bei dem Portier den Assad,das ist ein armenischer Aserbaidschaner,der für BP arbeitet und der ganz gut und viel Englisch kann.Der freut sich natürlich ungemein,das er mich kennenlernt und erzählt mir,das im Hotel außer mir noch drei weitere Deutsche wohnen,die aber zur Zeit bei der Arbeit sind.Wenn die abends wieder kommen,dann essen wir alle zusammen in der Kantine und wenn ich kein Geld hätte,dann würde er mich sowieso einladen,weil ich ja sein Freund sei.
Die drei Deutschen sind ein Team aus Aurich und Berlin,die hier Tests machen,ob es sich lohnt Windparks aufzubauen und als sie von der Arbeit kommen gibt es erst mal ein großes Hallo.Denn sie haben mich irgendwo auf der Strasse strampeln gesehen und sich schon gefragt,wer denn so verrückt sein kann und mit dem Fahrrad durch Aserbaidschan zu fahren,na,jetzt wissen sie es.
Wir haben uns dann abends zusammen gesetzt und der Assad hat eine große Flasche Wodka mitgebracht und eine kleine,die Deutschen ihr Bier und ich mußte oder durfte ihnen sagen,das ich heute nichts trinken würde weil ich immer noch vom Magen her nicht so ganz in Ordnung sei.Das hat aber beim Assad nich für den ganzen Abend als Entschuldigung ausgereicht,weil er dauernd mit Trinksprüchen daherkam und die große Freundschaft beschwor,und da mußt du selbst als Kranker dein Glas erheben,sonst ist es schnell aus mit der Freundschaft.
Assad ist ein ganz heißer Fan des FC Bayern München und kann alle Namen aller Spieler seit Gründung des Vereins hersagen und er liebt Heinrich Heine.
Zu fortgeschrittener Stunde hab ich ihm dann das Lied von der Loreley vorgesungen und unter Tränen wollte er mich küssen doch irgendwie ist er dann eingeknickt und das freundliche Hotelpersonal hat ihn ins Bett verfrachtet .Die Wodkaflaschen waren leer und somit gab es auch für uns Deutsche keinen Grund weiter zu feiern,zumal das Team am frühen Morgen ausrücken musste.
Ich werde Noch einen Tag hierbleiben und mich dann am Montag wieder auf den Weg nach Baku machen.
Nastrovje! Auf die Deutsch- Aserbaidschanische-Freundschaft! Oder wie sagt man da? Hoffentlich geht’s dem Magen nun wieder besser. Bis zum Kaspischen Meer sind’s ja nur noch ca. 100 km. Lt. GE durchquerst Du bei Quobustan ein Gebiet mit Schlammvulkanen, manche direkt neben der Strasse. Vielleicht reicht die Zeit, um mal einen Blick drauf zu werfen. Scheint interessant zu sein.
AntwortenLöschenDeine Berichte sind wirklich toll und lassen uns an manchen Stellen laut auflachen.
Keep going – wir folgen Dir gespannt.
Da mußt Du durch,denk an die Garagenfeste !
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