Aserbaidschan,das Land wo der Goldzahn beißt.Die Menschen hier haben noch das alte russische Schönheitsideal,das den Goldzahn verherrlicht.Je weiter vorne, um so schöner und je mehr um so reicher.Ich habe da leider keine Fotomodels bekommen und immer wenn die Kamera gezückt war, hörte es auf zu glänzen.Vielleicht sind sich die Leute doch nicht ganz so sicher,ob das wirklich schön ist und sehen die Sache eher als Investition an.Zu früheren Zeiten,als man die Russlanddeutschen "heimgeholt"hatte kam ich beruflich öfters mal mit goldenen Frontzähnen in Berührung und mußte dabei feststellen,das das nur immer eine ganz dünne Schicht Goldblech ist,die da aufgeklebt ist. Jetzt hier im Lande sieht man,das die Bearbeitung von Blechen eine landestypische Kunst ist.Nicht nur im Munde sondern auch auf den Dächern des Landes.Dort wird zwar nicht das teure Gold gehämmert,sondern das Weißblech.Es wird sowohl auf dem Dorf als auch in der Stadt zu kunstvollen Dachdecker- arbeiten geklopft,verlötet und verschweißt,das es eine Freude ist,anzuschauen.Kleine Türmchen, verzierte Dachrinnen, Giebelwände mit Blumen- verzierungen,verschnörkelte Ablaufrinnen,alles in feinster Blechklopfarbeit.Das glänzt zwar nur silbern,schaut aber auch alles neu und reich aus.
Golden sind die Sandsteinplatten,die ,wie ich vermute der Bruder des Präsidenten in seinen Steinbrüchen herstellen läßt und die im ganzen Land verteilt werden,um über alles,was nicht so schön sauber aussieht draufgeklebt zu werden.Das scheint in Baku schon für die Singolympiade soweit fertig zu sein,das schon vom "Goldenen Baku"gesprochen werden kann. Der Präsident ist hier allgegenwärtig(wie in der Türkei der Türkenvater)als Riesenposter an allen Landstraßen ,als Riesenleinwand an vielen Häusern der Stadt und als Denkmal auf dem Prachtboulevard in Gence. Meistens hat er auch noch einen Spruch drauf, wahrscheinlich so wie früher ,als das Land noch zur Sowjetunion gehörte.Die Polizei ist hier sehr präsent. Sie ist auch vom Landesvater bestens ausstaffiert worden.Die Wachstationen glänzen,die Uniformen passen ganz hervorragend und die Autos sind BMW. Die Ölmilliarden machen es möglich, das das Land sich eine so schöne Polizei leisten kann.Hier bin ich zum ersten mal auf meiner Reise von einer Polizeistreife angehalten worden,die nicht an meiner Fahrradklingel spielen wollte,sondern die Papiere von meinem Fahrrad sehen wollte und die mich erst dann weiterfahren ließ,als telefonisch die Bestätigung kam,das Fahrräder keine Papiere zu haben brauchen.
Ich befinde mich gerade in einem schönen Hotel und esse getrocknete Heidelbeeren (wg.Stalins Rache synn.für Montezumas...)und werde morgen dann von Gence nach Mingechevir weiterzufahren.Die Ortsnamen werden überall sehr unterschiedlich geschrieben, weswegen es schwierig ist, sie zu googlen.






liebe gruesse aus lanzarote, hier gibt es auch radler, viele, sehr viele, mit raedern nicht unter 1000€ und sau schnell bergauf und bergab.
AntwortenLöschenMingechevir sieht bei GE interessant aus. Viel Wasser. Was sind das für merkwürdige "Streifeninseln" da neben der Stadt?
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