Seit ich Georgien durchquert habe,bin ich fast nur durch Gebiete gefahren,die entweder Wüste oder Steppe waren.Das werden die Leute von Aserbaidschan zwar nicht so sehen wollen aber mir kam es halt so vor.Als ich vorgestern die letzten Kilometer von Nukus nach Chiwa(Xiva,Shiva,Khiva ) zurücklegte,empfand ich es als eine Erlösung,endlich mal wieder einen grünen Wald zu sehen und Bäume unter deren Schatten man sich ausruhen kann,wenn die Mittagssonne herunterknallt. Die Oase von Shiva liegt an einem Nebenweg der Seidenstrasse.Hier gibt es noch einige guterhaltene Bauwerke aus dem 19.Jahrhundert,die für den Tourismus liebevoll restauriert worden sind.Die Stadt macht auf mich den Eindruck eines usbekischen Rothenburg,denn wenn abends die Busse der Touristen weg sind wird es sehr ruhig hier.
In dem Hotel,in dem ich untergebracht war,traf ich noch ein paar Touristen aus Deutschland,die eine Individualtour durch Usbekistan machten,einen holländischen Archäologen und ein junges Paar aus Australien.Mit dieser Gruppe machten wir eine Tour mit einem Kleinbus,um die Lehmburgen der Umgebung zu besichtigen.Diese nun halbverfallenen Fliehburgen waren ganz aus getrockneten Lehmziegeln erbaut und werden seit Jahrhunderten wohl nicht mehr gebraucht und zersetzen sich nun langsam durch die Witterung.Die einzigen Bewohner sind Massen von Vögeln,die sich in den Lehmwänden ihre Nester gebaut haben.Die Ruinen sehen oft sehr malerisch aus und sind eine der Attraktionen dieser Gegend.Die meisten dieser Gemäuer liegen mitten in der Landschaft und bei denen,die irgendwo am Rande von Dörfern liegen laufen sofort alle Kinder zusammen um die Fremden zu sehen.In einem Fall war ein junges Mädchen dabei,die uns ohne Scheu einige der Anstandsregeln der Oase beibrachte,wie zum Beispiel;Damen laufen niemals mit unbedeckten Knien in der Gegend herum.Ein Jurtenlager war die Anlaufstelle für unser Mittagessen und man servierte uns das traditionelle Essen der Hirten,nicht ohne den Hinweis,das man normalerweise schon mal die eine oder andere Flasche Wodka dazu trinken sollte.Unsere Gruppe war da allerdings nicht so experimentierfreudig und der Wodka blieb unangetastet.Am Abend habe ich mich dann noch mit dem deutschen Ehepaar auf ein oder zwei Biere zusammengesetzt und wir tauschten Reiseerfahrungen aus.Da es der vorletzte Abend ihrer Reise war,schenkten sie mir noch ihre letzten Durchfalltabletten und ihren Reiseführer(wofür ich mich nochmal besonders bedanke,weil ich beides sicher noch recht gut gebrauchen kann!!).Am anderen Tag traf ich eine deutsche Radlerin,die scheinbar das Radfahren zum Leben braucht.Die Dorothee aus Lörrach ist schon zwei oder dreimal um die Welt gefahren und wird nicht müde,es immer wieder zu tun.Sie hatte gerade einen Sandsturm hinter sich und noch ein paar andere Strapazen,denen ich durch bequemes Zugfahren aus dem Weg gegangen bin.Sie mußte dann auch früh ins Bett,weil sie sehr früh am Morgen weiter durch die Wüste fahren wollte.Als mein Taxi am anderen Morgen auf mich wartete,war sie bereits in einer Staubwolke in der Kizilikumwüste verschwunden.Die Strasse von Khiva nach Buchara ist so miserabel,das man stellenweise eigentlich von einem Feldweg sprechen müßte,wenn es nicht eine wichtige Verbindung zwischen den Städten Nukus und Buchara wäre.Hier quälen sich die LKWs und die Touristenbusse und die Viehtransporte durch den Staub,und ich saß im Taxi und habe zwar auch geschwitzt und nicht nur wegen der Sonne.Der Fahrer meinte,die Strecke zu kennen und fuhr manchmal einen sehr abenteuerlichen Kurs.das ich uns einige Male schon im Wüstensand stecken sah.Doch wir erreichten die Oase Buchara unbeschadet und es war auch genügend Wasser da, um meinen Angstschweiß abzuwaschen und genügend Bier um die Flüssigkeitsdepots wieder aufzufüllen.
Ein kurzer Spaziergang am Abend durch die Stadt bei Dunkelheit machte schon Lust auf mehr und ungeduldig schlief ich dem nächsten Tag entgegen.
Das usbekische Geld ist ein Horror. 1ooo Sum sind ca 30 Eurocent und es gibt keine größeren Scheine als 1000.
Das führt dazu,das du dich fühlst wie Onkel Dagobert,wenn du eine Cola kaufst oder Essen gehst.Da ist dann der Geldzählvorgang langwieriger als die Zeit,die du brauchst um die Mahlzeit zu essen.Die Amerikaner,die ich in Nukus traf,kauften ein Bild eines Künstlers das dort zu haben war.Der Kent kam mit einer Plastitasche voller Geld daher,weil es auch nicht möglich war,mit Visakarte zu bezahlen.Da es ein öffentliches Museum war haben sie auch keine Dollar genommen,so das sie 1.350 000 Sum zählen und gegenzählen mussten.Aber wo die Ungeübten sich schwertun,haben die Leute hier sich schon eine Fingerfertigkeit angelernt,das es relativ schnell geht,außer ich muß das kontrollieren.







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