Freitag, 25. Mai 2012

Auf der Seitenstrasse

Kommt man zufällig einmal in seinem Leben nach Nukus,so muß man das nicht unbedingt als ein Unglück betrachten.Normalerweise weiß man es ja nicht,aber Nukus ist in Kunstkennerkreisen sehr bekannt denn es hat ein hervorragendes Museum.Dieses Museum stellt die größte Sammlung russischer und usbekischer Avantgarde von 1918 bis 1935 aus,also Kunst aus einer Zeit in der die Künstler der UdSSR ihr Schaffen nicht frei wählen und gestalten konnten.Der Stalinismus schrieb die Richtung des Sozialistischen Realismus vor und nicht linientreue Künstler wurden vom Kunstbetrieb des Landes ausgeschlossen nach Sibirien verbannt und ihre Werke zerstört.
Die Museen der Welt fragen häufig an,ob sie sich Bilder für Ausstellungen ausleihen können.Aber es gab sie doch,die,die sich nicht in der Parteilinie als Künstler wieder fanden und ihren Gefühlen folgten und das malten oder gestalteten was sie bewegte.Da gibt es Werke von Künstlern,die trotz ihrer hohen Qualität und Eigenständigkeit vom internationalen Kritikerwesen nicht die genügende Beachtung finden.Es kann auch anders sein,aber ich habe von diesen Künstlern noch nicht allzu viel gehört und finde das schade.Die abgeschiedene Lage der Stadt war sicher einer der Gründe,das sich die Sammlung des Malers Igor Savitsky hier unzerstört erhalten konnte und der war es auch,der die Gründung des Museums vorantrieb,bis man schließlich,nach dem Zerfall der Sowjet Union hier ein usbekisches Nationalmuseum baute,das von Kennern aus der ganzen Welt besucht wird.
Ich wurde durch zwei amerikanische Touristen auf dieses Museum aufmerksam und bin froh,das ich mich ihnen anschließen konnte,um die Ausstellung zu besuchen.Wir wurden von einer sehr gut unterrichteten Dame durch die Räume geführt und da wir nur zu dritt waren hatte die Führerin Zeit,auf die meisten unserer Fragen einzugehen,so wurden diese drei bis vier Stunden im Museum für mich ein Höhepunkt meiner Reise.
Eine eigene Abteilung des Museums widmet sich ganz der Tragödie des Aral Sees,der seit vielen Jahren vor dem völligen Austrocknen bedroht ist und nurmehr in Resten von Wasserpfützen zu sehen ist.Die Landschaft gleicht einer Wüste.Den Menschen die hier lebten und vom Fischfang lebten,ist die Lebensgrundlage weitestgehend entzogen und es fand und findet immer noch eine Flucht aus diesen Gebieten statt,da die vom Wind aufgewirbelten Staubwolken als Gesundheit gefährdend erkannt werden und die Menschen die hier wohnen sehr häufig an Erkrankungen der Lungen und der Atemwege leiden.
Die Stadt Nukus ist eine Gründung der UdSSR und es wurden hier Experimente mit chemischen Waffen durchgeführt,die für die Menschen hier sicherlich auch nich besonders gesund gewesen sind.Darum werde ich mich auch nicht zu lange hier aufhalten und schon morgen nach Khiva weiterfahren,einem Ort,der als fester Programmpunkt für Besucher der Seidenstrasse eingeplant ist.
Die Bilder,die ich hier zeige sind in Beineu gemacht und zeigen meine freundlichen Helfer Aksharkan und Kairat.Das waren wirklich nette Menschen,die mich mit ihrer Freundlichkeit beglückt haben und denen ich zu großem Dank verpflichtet bin.Das andere Bild ist im Museum von Nukus gemacht und hier seht ihr Kent und Meggan aus USA,die so freundlich waren,mich in das Museum mitzunehmen.

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