Dienstag, 3. April 2012

Geschichten vom Broadway

Damon Runyon hätte eine Story draus gemacht!

Ich sitze in Mindys Cafe und esse meine Gefillte Fisch,da kommt eine Puppe rein und setzt sich mit ihrem Yorkshirehündchen direkt an den Nachbartisch und fängt an,mich anzublinzeln,obwohl ich jetzt nicht wüßte,was es an mir zu blinzeln gäbe. Ich kenn so ziemlich alle Puppen hier an der Ecke 45 West aber so eine hab ich hier noch nie gesehen.Hat ne ziemliche Hakennase und bestellt ein Knoblauchbrot.Aus einem Nebenzimmer kommt ein geschniegelter Typ und setzt sich neben die Puppe und macht small talk mit ihr.Er hat ziemlich schmale Augen und ganz kleine Pupillen und wischt sich mit dem Einstecktuch schnell noch einen Blutstropfen aus der Armbeuge.Er sagt zu der Puppe,sie soll mal gefälligst nicht dauernd zu mir hin schauen,weil er das nicht so mag.Ich mach mich auch schon etwas kleiner und widme mich meinem Fisch.
Die Tür geht auf,und es kommt eine ganze Reihe von Gestalten rein,deren Erscheinen hier am Broadway meistens nichts gutes zu bedeuten hat und der dicke Charly ist auch dabei.Der versucht gerade seine Geschäfte zu erweitern und hat ein paar Jungs mit Kanonen dabei und die setzen sich jetzt alle zu der Puppe an den Tisch.Charlie mit dem Rücken zur Wand und die Cowboys mit Blick Richtung Türe.Der Geschniegelte ist auch schon etwas kleiner geworden und von der Puppe weggerückt,weil ja jetzt Charly hier das Sagen hat.Da ich am Fenster sitze und draussen die belebte Strasse vorbeigeht,will mir auf einmal mein Essen nicht mehr so recht schmecken. Die Jungs tragen ihre Kanonen einfach so,offen im Hosenbund und ab und zu verschwindet mal einer im Nebenzimmer und kommt mit aufgekrempeltem Hemdärmel wieder raus und setzt sich grinsend an den Tisch.Eigentlich wollte ich noch einen Schokopie und einen Espresso nehmen aber ich hatte auf einmal das Gefühl,das mich jemand ganz dringend am Times Square erwartet.Ich greife nicht zu meinem Portemonnaie in der Innentasche meiner Jacke sondern sage leise zu Mindy,das ich morgen wieder komme und stehe ganz vorsichtig auf,mache keine heftigen Bewegungen und stehe nach kurzer Zeit schweißgebadet auf der Strasse.Ich kauf mir am Kiosk noch eine Flasche Sprudel,denn ich hatte auf einmal einen ganz trockenen Hals bekommen.Den Typ am Times Square, den lass ich mal warten und mach mich ganz schnell aus dem Staub.

In etwa so geschehen,in Georgien, beim Abendessen in Sighnaghi.Fotos zu der Geschichte gibt es keine!!

1 Kommentar:

  1. Wow, und das in Sighnaghi, the city of love, wie ich einer Fotostrecke in Google Earth entnehmen durfte. Aber sei ehrlich: Bezahlt hast Du vor dem Dich Verdrücken schon, oder?
    Ein wunderschöner Ort übrigens, wenn man die Fotos (s.o.) anschaut, mit wirklich toller Fernsicht von da oben und anscheinend sehr kunstsinnigen Einwohnern. Nun, dazu mögen Deine finsteren Spelunkengäste nicht gerade zählen.
    Wie sehr mich Deine Damon-Runyon-Adaption in Georgien verwirrt hat, mag man daran ermessen, dass ich den „Schoko-Pie“ erst mal als „Scho-Kopje“ gelesen hatte;-)

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